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Dezember Farb-Licht-Installation zu Alexander Skrjabins „Promethée“ in Jena
Dreimal konnten Zuschauer und Zuhörer im Dezember 2008 das Licht-Kunstkonzert „Luce. Der Ton der Farben“ im Volkshaus Jena nicht nur hören, sondern auch farblich sehen. Möglich wurde dies mit Hilfe von 170 Leuchtbällen, die im gesamten Veranstaltungssaal installiert waren.
Die Idee zu solch einer komplexen Verbindung zwischen Farben und Tönen hatte um 1910 der russische Komponist Alexander Skrjabin, dem in seiner sinfonischen Dichtung „Promethée“ ein sogenanntes Farbklavier vorschwebte, das jedem Ton eine passende Farbe zuordnen sollte.
Was damals nicht gelang, versuchte im „Jahr der Wissenschaften“ die Stuttgarter Lichtkünstlerin „rosalie“ in neuer Form. Dabei entfalteten luftige Kugeln ein interessantes Farbspiel und vermittelten ein Raumgefühl der Leichtigkeit. Wie überdimensionale Seifenblasen schimmerten bis zu 2,70 Meter großen Ballone im Raum.
Wer Interesse hat, die Farb-Licht-Installation mit Einspielung der Tonbandaufzeichnung des Konzertes der Jenaer Philharmonie zu sehen, kann dies an folgenden Terminen im Volkshaussaal tun:
21.01.09 um 14.00 Uhr 23.01.09 um 10.00 Uhr 24.01.09, 25.01.09 und 26.01.09: jeweils um 11.00 Uhr
Die Führungen sind kostenfrei. Treffpunkt ist das Foyer des Volkshauses. Voranmeldungen sind möglich unter Tel.: 03641/498130
Ilmenauer Messiaen-Festival 2008 Sonntag, 14. Dezember 2008, Jakobuskirche Ilmenau
Olivier Messiaen: Livre du Saint Sacrement (Das Buch von heiligen Sakrament)
17.00 Uhr, Einführung in das Werk 18.00 Uhr, Konzertbeginn
Ausführende: Studierende der Orgelklassen von Prof. Pier Damiano Peretti (Musikhochschule Hannover) und von Prof. Michael Kapsner (Musikhochschule Weimar)
Zum letzten Orgelkonzert des Ilmenauer Messiaen-Festivals lädt die evangelische Kirchgemeinde Ilmenau am 14. Dezember um 18.00 Uhr ein. Eine Einführung in das Werk wird bereits um 17.00 Uhr gegeben. Die Aufführung dieses umfänglichen Orgelwerks von Messiaen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Orgelklassen von Prof. Pier Damiano Peretti (Musikhochschule Hannover) und von Prof. Michael Kapsner (Musikhochschule Weimar). Dem Anlass des 100. Geburtstags Messiaens am 10. Dezember ist auch der Festgottesdienst am Sonntag, dem 14.12., um 10 Uhr gewidmet, den Pfarrer Stefan Wohlfarth halten wird.
Olivier Messiaen schrieb das „Livre du Saint Sacrement“ für Orgel im Jahre 1984. Der letzte Zyklus dieses bedeutenden französischen Orgelkomponisten des 20. Jahrhunderts enthält achtzehn Sätze, die in drei Teile gegliedert sind. Einige Sätze sind kurz, andere sind mehr ausgearbeitet. Da Messiaen dem Zuhörer immer gern erklärende Worte mit auf den Weg gegeben hat, sind allen diesen Sätzen Zitate der Bibel, des heiligen Bonaventura oder des Thomas von Aquino voran gestellt. Das Werk spiegelt in seiner inhaltlichen Ausrichtung auch hier Messiaen als tief religiösen Menschen wider, der sich Zeit seines Lebens mit den „wahren Märchen des katholischen Glaubens“ auseinander setzte.
Musikalisch greift Messiaen auf das ganze Repertoire seines bisherigen kompositorischen Schaffens zurück. Ein vielgestaltiges Spektrum vom gregorianischen Choral über seine rhythmische Sprache, die auf alten Versmaßen, Hindimusik u.a. basiert, über eigene Organisation der Tonskalen bis hin zu Vogelstimmen aus aller Welt tut sich auf und schmilzt in seine Musik ein.
Der Einführungsvortrag um 17.00 Uhr soll dem Zuhörer den Zugang zu dieser musikalischen Sprache erleichtern. Eintrittskarten zu 6/ 4 € (Verdiener/ Ermäßigte) sind nur an der Abendkasse erhältlich.
100. Geburtstag des Komponisten Olivier Messiaen
Aufführung des gesamten Orgelwerkes in der Jakobuskirche Ilmenau
Olivier Messiaen, der 2008 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, gilt als der berühmteste Komponist für Orgel des 20. Jahrhunderts. Dieses Jubiläum wird mit einem außergewöhnlichen Festival, bei dem das gesamte Orgelwerk des französischen Komponisten erklingt, in der St. Jakobuskirche in Ilmenau begangen. Olivier Messiaen, geprägt durch einen tiefen katholischen Glauben, war inspiriert in seinem Werken von Zahlenmystik, indischen Rhythmen, der Gregorianik, des Vogelgesangs, der Klangwelt javanischer Gamelan- Orchester und der Musik von Claude Debussy und Igor Strawinsky. Das Ilmenauer Messiaen-Festival gibt in zehn Veranstaltungen mit internationalen Künstlern einen Einblick in sein umfangreiches Werk. Unter der künstlerischen Gesamtleitung des Kirchenmusikers Hans-Jürgen Freitag erklingt neben dem gesamten Orgelwerke auch das „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett auf das Ende der Zeit), das Messiaen während seiner Kriegsgefangenschaft in Görlitz komponierte und mit anderen Lagerinsassen uraufführte. Beteiligte Organisten an dem Messiaen Festival Ilmenau sind Hans-Jürgen Freitag (Ilmenau), Rudolf Innig (Coesfeld), Prof. Almut Rößler (Düsseldorf), Dr. Ton van Eck (Haarlem/NL) und Studierende der Orgelklassen aus Weimar und Hannover. Sie spielen die mit 65 Registern zweitgrößte Orgel Thüringens - die Walcker Orgel der St. Jakobuskirche aus dem Jahre 1911, die mit ihrer starken dynamischen Orientierung sich ideal für eine perfekte Wiedergabe der Musik Messiaens eignet. Ein Höhepunkt des Festivals wird sicherlich der Meisterkurs mit der Organistin Prof. Almut Rößler sein, die viele Jahre mit dem Komponisten zusammengearbeitet hat. Der Tatsache, dass Messiaen Synästhetiker war, der mit Musik immer verschiedene Farben assoziierte und sie in seinen Partituren auch detailliert beschrieb, wird in Ilmenau ebenfalls Rechnung getragen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Lichttechnik der TU Ilmenau und der Bauhaus-Universität Weimar werden zwei der Konzerte mit farbigem Licht visualisiert.
Weitere Informationen und das Programm unter: www.messiaen-festival.de
ab 6. November 2008: Ensemble für Intuitive Musik Weimar auf Litauen-Tournee
Mit einem Konzert zum 80. Geburtstag von Karlheinz Stockhausen (1928-2007) gastiert das "Ensemble für Intuitive Musik Weimar" (EFIM) am 6. November auf den "Weltmusiktagen" der ISCM in Vilnius. Nach ihrem Auftritt im dortigen "Zentrum für zeitgenössische Kunst" gestaltet es weitere Stockhausen-Programme in der Konzerthalle von Klaipeda (7. November) und in der Staatlichen Philharmonie von Kaunas (8. November).
Die 1980 gegründete Gruppe verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Kölner Wegbereiter Neuer Musik. "Wir betrachten es als eine besondere Ehre, seine Musik bei den Weltmusiktagen in der ,Kulturhauptstadt Europas 2009' aufführen zu dürfen", betonte Ensembleleiter Michael von Hintzenstern vor Antritt der Litauen-Tournee. EFIM konzertierte bisher in 30 Ländern auf vier Kontinenten.
Die International Society for Contemporary Music (ISCM) ist eine internationale Dachorganisation zur Förderung der Neuen Musik. Im deutschsprachigen Raum wird sie auch als Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) bezeichnet.
1922 in Salzburg gegründet, befindet sich ihr Sekretariat heute in Amsterdam. Die ISCM versteht sich als internationales Netzwerk zur Förderung der Neuen Musik. Eine zentrale Aufgabe ist die Veranstaltung der Weltmusiktage, die an jährlich wechselnden Orten stattfinden. Die ISCM verfügt über 49 internationale Sektionen (Stand 2008) in einzelnen Ländern.
23. bis 26. Oktober 2008: 21. Tage Neuer Musik in Weimar
Die 21. Tage Neuer Musik in Weimar (23. bis 26. Oktober) stehen unter dem Motto „Unbegrenzt“ ganz im Zeichen des Kölner Komponisten Karlheinz Stockhausen (1928-2007), der am 22. August 80 Jahre alt geworden wäre. Als Wegbereiter der Elektronischen Musik hat er längst Musikgeschichte geschrieben.
Sein stets durch neue Innovationen geprägtes Gesamtwerk umfasst 370 einzeln aufführbare Stücke, die unter seiner Leitung auf 139 Compact Discs eingespielt wurden. Mit seinem von 1977 bis 2003 entstandenen Opern-Zyklus “LICHT – Die sieben Tage der Woche” komponierte er das größte zusammenhängende Werk, das je geschrieben wurde: Die Gesamtdauer beträgt 29 Stunden! Von 2004 bis zu seinem plötzlichen Tod am 5. Dezember 2007 arbeitete er am Zyklus „KLANG – Die 24 Stunden des Tages“, von dem die 1. bis 21. Stunde vollendet werden konnte.
Die 21. Tage Neuer Musik erinnern an seine langjährigen Kontakte nach Weimar, die – dem „Eisernen Vorhang“ zum Trotz – bis ins Jahr 1970 zurückreichen. Dem „Ensemble für Intuitive Musik Weimar“ ist er seit 1980 freundschaftlich verbunden. Vor 20 Jahren waren die 1. Tage Neuer Musik dem 60. Geburtstag Stockhausens gewidmet (22 Werke an drei Tagen, darunter 6 DDR-Erstaufführungen). 1992 kam er mit seinen Solisten zu vier Konzerten anläßlich der 5. Tage Neuer Musik nach Weimar, wo zwei Werke von ihm uraufgeführt wurden. Seitdem ist er Ehrenpatron des Festivals und der Klang Projekte Weimar e.V. Bei den 21. Tagen stehen einige seiner wichtigsten Werke auf dem Programm: KLAVIERSTÜCK X (1961), TELEMUSIK (1966), UNBEGRENZT (1968), STIMMUNG (1968) und NATÜRLICHE DAUERN (2005/2006).
Im Eröffnungskonzert erklingen Werke des Berliner Komponisten Paul-Heinz Dittrich (*1930), der zu den führenden Avantgardisten in der einstigen DDR gehörte und in beiden Teilen Deutschlands in gleicher Weise große Beachtung fand. Von ihm wird die KAMMERMUSIK XV uraufgeführt. Außerdem erklingt Elektroakustische Musik aus Deutschland, Japan, Korea und Schweden. International renommierte Spitzensolisten sorgen für höchstes Niveau.
Zwei Projekte des Schleusinger Komponisten Blazej Dowlasz
Der Schleusinger Komponist Blazej Dowlasz plant in Schleusingen und Hildburghausen zwei interessante Konzerte mit Elektroakustik. Am 10. Oktober wird es um 19:30 Uhr ein elektroakustisches Konzert in der Aula des Hennebergischen Gymnasiums in Schleusingen mit einem Lautsprecherorchester von 16 unabhängigen Audio-Kanälen geben. Die elektroakustischen Kompositionen werden live interpretiert und eine Reise durch imaginäre Klang-Landschaften ermöglicht. Psychoakustische Klangräume werden so erkundet. Das Konzert beginnt mit einer Einführung in die Thematik der elektroakustischen Musik und auch während des Konzertes wird das Publikum mit einer Moderation durch das Konzertprogramm begleitet.
Eine ganz andere Heransgehensweise an zeitgenössische Musik ist für November geplant. Hier werden Schülerinnen und Schüler der Musikschule Hildburghausen in einem Projekt mit dem Komponisten eine Komposition erarbeiten und sie am 16. November um 16.00 Uhr im Gymnasium Georgianum uraufführen. Es wird eine umfangreiche Komposition von ca. 35 Minuten Dauer entstehen, die außer neuen Spieltechniken der jungen Instrumentalisten den Einsatz der elektroakustischen Komponente sowie den wichtigen Aspekt des räumlichen Hören einschließt.
Die verschiedenen Instrumentengruppen agieren dabei von unterschiedlichen Orten im Aufführungsraum. Bei dieser Aufführungsform umgibt der Klang das Publikum von allen Seiten. Die mehrkanalige elektroakustische Komponente verstärkt die Wirkung des Raumes zusätzlich. Voraussichtliche Besetzung – Größe eines Kammerorchesters: Flöte, Violine, Violoncello, Klavier, Akkordeon, Trompete, Posaune, Saxophon, Klarinette und Elektronik. Jedes Instrument wird zwei- bis dreifach besetzt – jedoch alle Spieler mit Einzelstimmen.
Freitag, 10.10.2008, 19:30 Uhr Aula des Hennebergischen Gymnasiums Klosterstr. 2-4, 98553 Schleusingen Sonntag, 16.11.2008, 16:00 Uhr Gymnasium Georgianum Geschwister-Scholl-Str. 15, 98646 Hildburghausen Weitere Informationen unter: www.acousmonium.com
Akusmatisches Konzert in Westhausen am 31. August 2008
Der der Kirche St. Kilian zu Westhausen (Landkreis Hildburghausen) findet am 31. August um 17:00 Uhr ein elektroakustisches Konzert der besonderen Art statt. Der Schleusinger Komponist Blazej Dowlasz wird ein Lautsprecherorchster mit 15 unabhängigen Audio-Kanälen in der Kirche aufbauen. Die elektroakustischen Kompositionen werden dann im Einklang mit der Architektur der Kirche interpretiert. Imaginäre akustische sowie psychoakustische Klangräume werden ausgeleuchtet und die Zuhörer auf eine Reise in neue Klangwelten mitgenommen.
Das Konzert beginnt mit einer Einführung in die elektroakustische Musik und das ganze Konzert wird durch eine Moderation begleitet. Weiter Informationen zu dem Konzert und dem Komponisten Blazej Dowlasz unter www.musac.de
Compagnie Aquanaut: Körpertheater zu zeitgenössischer Musik mit Premiere am 15. August 2008 in Volkenroda
Die Compagnie Aquanaut präsentiert demnächst ihre neue Produktion „ART!stik-LABOR“. In Zusammenarbeit mit dem Tänzer und Choreographen Jordi L. Vidal aus Brüssel entstand ein besonderes Körpertheater, das ungewöhnliche Verbindungen wie Artistik und zeitgenössische Musik, Tanz und Clownerie auf die Bühne bringt. Zu speziell entwickelten Choreographien spielt das Kammerensemble Marges live Kompositionen junger europäischer Komponisten.
Die Premiere findet am 15. August 2008 im Christus-Pavillon (ehemals EXPO 2000) des Klosters Volkenroda im Rahmen des Internationalen Kulturfestivals Junge Kunst statt, Beginn ist 20 Uhr.
Weitere Aufführungen des ART!stik-LABORs: Es wird am 19. November im Reithaus, Weimar und am 22. November im Volksbad, Jena zu sehen sein.
Weitere Informationen unter: www.aquanaut.culturework.net
Zwei Uraufführungen beim Kunstfest 2008 Außergewöhnliche Klänge: Neue Musik im klassischen Weimar
Reisekadermelodien
Die erste Uraufführung bringt außergewöhnliche zeitgenössische Künstler zusammen: den vielseitigen Musiker und Komponisten Christian Muthspiel und den Lyriker Marcel Beyer.
„Reisekadermelodien“ heißt das Gemeinschaftswerk. Verstärkt werden sie von der Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager. Aus diesem Zusammenspiel entsteht eine Spannung zwischen gelesenem und vertontem Wort, zwischen improvisierter und komponierter Musik.
Der Österreicher Christian Muthspiel ist international als Posaunist, Pianist, Komponist und Dirigent im Jazz erfolgreich, sowohl im Bereich der komponierten als auch der Neuen Musik. Sein literarischer Konterpart ist der gebürtige Kölner Marcel Beyer, einer der reflektiertesten jungen deutschen Autoren der Gegenwart. Dazu singt ein Weltstar: Angelika Kirchschlager.
»Kloing!...«
Am nächsten Tag nimmt der Kampf „Mensch gegen Maschine“ neue Gestalt an: ein Live-Pianist kämpft gegen ein Disklavier, das alleine spielen kann – er kann gegen sein virtuelles Über-Ich nicht mithalten, sein Scheitern ist vorprogrammiert.
Die aus Österreich stammende Olga Neuwirth, die in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert, gehört zu den bekanntesten und sicher innovativsten Komponistinnen unserer Zeit. In Weimar wird sie dem Publikum nicht nur ein einfaches Konzert bieten: ein Gesamtkunststück mit dem bekannten VJ Lillevan und dem Pianisten alias Sisyphos Marino Formenti erwartet die Zuschauer am 27. August im Reithaus in der Uraufführung.
Buchvorstellung
Am Montag, 25. August haben Sie die Chance, etwas mehr über die Person Olga Neuwirth herauszufinden. Musikwissenschaftler Jürg Stenzl im Gespräch mit dem Autor Stefan Drees, der in der Thalia Buchhandlung in Weimar sein Buch Olga Neuwirth. Zwischen den Stühlen. A twilight song auf der Suche nach dem fernen Klang vorstellt, das gerade im Pustet Verlag erschienen ist.
Olga Neuwirth wird ebenfalls anwesend sein.
Internationales Kulturfestival Junge Kunst 30. Juli – 15. August 2008 im Christus-Pavillon, Kloster Volkenroda
Ein Rückblick
Mit über 9 Minuten anhaltendem Applaus und etlichen Verbeugungen ging das Internationale Kulturfestival Junge Kunst im Christus-Pavillon Kloster Volkenroda zu Ende. Den Abschluss bildete denn auch eine Veranstaltung der ganz besonderen Art: Die Performance-Theatergruppe Compagnie Aquanaut präsentierte am 15. August unter dem Titel ART!stik-LABOR ein Körpertheater, das Pantomime, zeitgenössischen Tanz und atemberaubende Luftartistik mit den ungewohnten Klängen zeitgenössischer Musik junger Komponisten verband. Die Musiker des Ensemble Marges spielten nicht nur hervorragende Interpretationen, sie waren auch als Darsteller eingebunden in die Choreographien des Spaniers Jordi L. Vidal. Ob sie während Diego Uzals Stück Nachklang wie schiefe Türme von den Artisten aufgestellt und gestützt wurden oder den Noten hinterherlaufend in Tanzschritten geführt wurden – immer bildeten Musik und Bewegung eine ästhetische Einheit auf der Bühne, wobei auch verblüffende bis skurrile Momente nicht fehlten.
Mit dem Aeolian Trio bestehend aus Pascal Gallois, Peter Veale und Carin Levine waren 3 Vertreter der internationale Spitze der Neuen Musik während des Festivals anwesend. Die jungen Komponisten Michael Jordan, Meng-Chia Lin, Björn Raithel, Gerald Resch und Benjamin Schweitzer hatten eine Ausschreibung gewonnen und erhielten somit die Möglichkeit an einem Workshop mit dem Trio teilzunehmen. „Ich glaube, dass es für alle Beteiligten ein wirklich sehr schönes und intensives Wochenende und ein inspirierendes Erlebnis war mit dem Aeolian Trio zu arbeiten!“ bestätigt Björn Raithel das Konzept des Jungen Deutschen Komponistenforums. Das Ergebnis der gemeinsamen Probenphase wurde am 10. August im Konzert präsentiert, ein Ereignis, über das der Deutschlandfunk berichtete.
Dass der Christus-Pavillon architektonisch beeindruckend ist, wissen alle, die ihn bereits auf der EXPO 2000 gesehen haben. Dass aber auch das ganze Gelände des Klosters Volkenroda ein Kleinod ist, das die Spannung zwischen uralten Gemäuern und Glas-Stahl-Konstruktionen zu einem besinnlichen Raum zu verbinden schafft, fasziniert viele Besucher. So auch Lothar Voigtländer, der vom Ort angetan die Aufführung seiner Komposition „FOU avec contrebasse“ anregte. Ein Kontrabassist (Matthias Bauer) schwebt in der Dunkelheit auf dem Wasser des Taufteiches inmitten der Klosteranlage, sein Spiegelbild wird vom Wasser reflektiert, hinter und über ihm blitzen die Funken bunter Feuerwerkskörper und aus vier Lautsprechern um den Teich wird das ganze Gelände beschallt. Diese Klänge und Bilder vergisst niemand so schnell, der dabei war. Die Aufführung der Komposition Voigtländers bildete den Abschluss und Höhepunkt des Multimedialen Nachtkonzerts, bei dem außerdem das via nova Ensemble und der Live-Video-Künstler Steffen Koch auftraten.
Ein Recital des Ausnahmekünstlers Burkhard Glaetzner, einer der großen Oboisten unserer Zeit, der zeigte wie emotional man auch Neue Musik interpretieren kann, eine Aufführung des Theaterprojekts „reisen“, bei dem der ehemalige Festivalinitiator Friedemann Felger Regie führte, und ein Konzert des MDR-Musiksommers mit dem Bensmann-Trio rundeten das Programm ab. Gut 900 Zuschauer zählte das Festival, das zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Komponistenverband stattfand und viele zeitgenössische Komponisten auf dem Programm hatte. Zahlreiche Presseartikel und der anwesende Deutschlandfunk lassen den künstlerischen Leiter Peter Helmut Lang resümieren: „Ein voller Erfolg“.
17. Mai 2008 Preisträger Kompositionswettbewerb 9. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik
Am 17. Mai endeten die Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössiche Musik wie in jedem Jahr mit der Vergabe der Preise in den beiden international ausgeschriebenen Kompositionswettbewerben. Die Preisträger wurden in der zurückliegenden Festivalwoche von der Jury ermittelt. Die Juroren, bestehend aus Johannes K. Hildebrandt, Peter Helmut Lang, Prof. Lothar Voigtländer, Prof. Dr. Albrecht von Massow, Markus L. Frank, Gwyn Pritchard und dem Ensemble Marges, trafen folgende Entscheidungen.
In der Kategorie Kammermusik wurden ein Erster- und drei Dritte Plätze belegt: 1. Preis Nina Senk: „Movimiento fluido“ für Flöte, Violoncello und Klavier 3. Preis - Lin Wang: „Das Lächeln des Faust“ für Flöte, Violoncello, Gitarre und Klavier - Erik Janson: „Sezierte Nymphen“ für Flöte, Violoncello und Klavier - Christian Theil: „4 Preludes – L’ange du foyer“ für Flöte, Violon- cello, Gitarre und Klavier
Von den im Orchesterwettbewerb eingereichten Werken, prämierte Martin Fischer (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Jena-Saale-Holzland) beim Abschlusskonzert im Volkshaus Jena einen Zweiten sowie zwei Dritte Plätze:
2. Preis - Cécile Marti: Orchesterstudie „Bubble trip“ 3. Preis - Peter Köszeghy: ANTIPHON („Mephistopheles `choirs“) - Pei-Yu Shi: “Qin Yue”
Insgesamt wurde ein Preisgeld von 6.000,- € ausgeschüttet, welches von den Sparkassenstiftungen Hessen-Thüringen und Weimar-Weimarer Land zur Verfügung gestellt wurde.
Weitere Infos unter: www.via-nova-ev.de
Weimarer Frühjahrtage für zeitgenössische Musik
Die 9. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik finden vom 13.-17. Mai 2008 statt und locken in diesem Jahr mit 26 Uraufführungen bei 11 Konzerten mit Workshops, Kursen, Vorträgen und vielem mehr. Erstmals finden die Konzerte nicht nur in Weimar (Jugend- und Kulturzentrum mon ami) sondern auch im benachbarten Jena (Volkshaus) statt. Die Workshops, Kurse und Vorträge werden in der Hochschule für Musik Franz Liszt (Fürstenhaus und hochschulzentrum am horn) und der Musikschule „Ottmar Gerster“ stattfinden.
Das innovative Festival ist das Podium für zahlreiche junge Komponisten, Ensembles und Interpreten. Die Veranstaltungen reichen von instrumentalen Konzerten bis hin zu multimedialen, experimentellen und spartenübergreifenden Projekten mit ungewohnten Klangwelten, die auch mit neuen Aufführungs- und Vermittlungsformen arbeiten.
Eröffnet wird das junge Festival vom Uroboros Ensemble aus Großbritannien am 13. Mai um 19.00 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum mon ami in Weimar. Es erklingen Kompositionen für Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier.
An den folgenden Tagen sind weiterhin zu erleben:
Ensemble L’Art pour L’Art (Flöte, Gitarre, Harfe, Klavier, Schlagzeug, 14. Mai), Weimar, das Dauprat Hornquartett aus der Schweiz (14. Mai / 15. Mai), Weimar, Carin Levine (Flöten, 14./15./16. Mai), Weimar, Ensemble via nova (Viola, Violoncello, Elektroakustik, 15. Mai), Weimar, Vokalensemble ARS NOVA unter der Leitung von Sabine Wüsthoff (16. Mai) Weimar sowie ein Konzert mit Schülern der Musik- und Kunstschule Jena (17. April). Jena
Im Rahmen des Festivals wurden wieder zwei Kompositionswettbewerbe international ausgeschrieben. In die Finalrunde der Kategorie Kammermusik sind Erik Janson (Deutschland), Nina Senk (Slowenien), Lin Wang (China) und Christian Theil (Deutschland) gelangt. Ihre Kompositionen werden vom Ensemble Marges am 16. Mai in Weimar aufgeführt, verbunden mit der anschließenden Preisverleihung. Die Kompositionen in der Orchesterwertung von Pei-Yu Shi (Taiwan), Peter Köszeghy (Deutschland) und Cecile Marti (Schweiz) werden von der Jenaer Philharmonie im Volkshaus Jena am 17. Mai uraufgeführt mit anschließender Preisverleihung.
Erstmals beendet ein Jazzkonzert mit dem Manfred Schoof Quintett die internationale Konzertwoche. Die Musiker Manfred Schoof, Gerd Dudek, Hans Lüdemann, Günter Lenz und Ralf R Hübner treten zuvor auch schon gemeinsam mit der Jenaer Philharmonie auf.
Als Gast des Festivals wird der Komponist Philippe Manoury in Konzerten (16./17. Mai) und einem Workshop zu erleben sein.
Der Vortrag von Dr. Jürgen Brandhorst befasst sich mit der GEMA und stellt eine Einführung in die Arbeit der musikalischen Urheberrechtsgesellschaft dar.
Die "Junge Werkstatt" bietet komponierenden Kindern und Jugendlichen täglich die Möglichkeit mit Komponisten und Interpreten ihre Kompositionen zu besprechen und neue Anregungen zu bekommen.
Weitere Informationen und das vollständige Programmbuch: www.via-nova-ev.de
„Lettera amorosa“ am 24. Oktober 2007
Uraufführung von Manfred Trojahn zur Wiedereröffnung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
Am 24. Oktober 2007, dem Geburtstag der Namenspatronin, wird das nach dem Brand 2004 schwer beschädigte historische Gebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek mit dem berühmten Rokokosaal in Weimar wiedereröffnet. Begleitend zur Festwoche der Wiedereröffnung finden vielfältige Vorträge und Konzerte statt, darunter die Uraufführung des zu diesem Anlass komponierten Werks „Lettera amorosa“ von Manfred Trojahn.
Sein „Liebesbrief“ mit Textauszügen von Monteverdi, Michelangelo, Rilke und Ronsard wird am 25. und 26. Oktober 2007 im wiedererstandenen Rokokosaal erklingen. Inspiriert hat Trojahn, der heute Kompositionsprofessor in Düsseldorf ist, die erotische Sammlung der Bibliothek. In „Lettera amorosa“ wird das Gebäude in seiner Gesamtheit musikalisch genutzt: ein Streichquartett im Parterre, zwei Geigen und zwei Soprane in den Etagen.
Aufführende sind Julie Kaufmann (Sopran), Anja Kaesmacher (Sopran), Ingolf Turban (Violine), Christoph Schickedanz (Violine) und das Henschel Quartett. Am 28. Oktober 2007 wird das Werk in Essen wiederholt.
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