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Januar
Wer macht mit im "Absurden Chor"?
Auch beim zweiten Fest des Absurden „42. Kongress. Absinth – Die Gurken – Der Putsch“ im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar am 2. Februar soll es einen Chor geben:
Einen Chor, der nicht singt, sondern Geräusche erzeugt. Einen Chor, der die Sprache von ihrem konventionellen Inhalt befreit. Einen Chor, der durch gestische Aktion verzaubert. Einen Chor, der (sich) bewegt und (andere) mitzieht. Einen Chor, in dem jeder Nicht-Sänger ein Künstler ist. An-Leitung: Michael von Hintzenstern. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich!
Termin der Zusammenkunft und Probe: Mittwoch, 20. Januar, 18.00 Uhr, Oberlichtsaal im Hauptgebäude der Bauhaus-Uni. Weitere Probe: am Montag, 1. Februar, 19 Uhr Aufführung: Dienstag, 2. Februar, 19 Uhr Eine Voranmeldung ist für die Planung dringend erforderlich, Interessierte melden sich bitte an:
hintzenstern@gmx.de
Poetische Komplexität: Der italienische Komponist Stefano Bulfon ist Franz Liszt-Stipendiat 2009
Vom „kalligraphischen Genuss der Partiturbilder“ schwärmt Jury- Mitglied Prof. Reinhard Wolschina, und der Juryvorsitzende Prof. Robin Minard spricht gar vom „idealen Kandidaten“: Der 34-jährige italienische Komponist Stefano Bulfon wurde zum Franz Liszt-Stipendiaten 2009 der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar auserkoren. Ein dreimonatiges, mit insgesamt 3000 Euro dotiertes Aufenthaltsstipendium ermöglicht ihm im Jahr 2010 eine ungestörte, schöpferische Arbeit in Weimar.
Aus rund 40 Bewerbern hatte die Jury unter Vorsitz von Prof. Robin Minard die interessantesten 8 zum Kompositions-Workshop im Rahmen der 50. Weimarer Meisterkurse an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar eingeladen. Es reisten Komponisten aus vielen Ländern Europas, aus den USA sowie Südkorea an. „In den zwei Tagen haben wir Werke von höchster Qualität erlebt“, berichtet Minard. „Stefano Bulfon überzeugte uns vor allem mit seinen Kompositionen für Ensemble. Seine Werke zeigen einen spielerischen und poetischen Umgang mit komplexen musikalischen Strukturen.“ Jurymitglieder waren neben den Weimarer Professoren Minard und Wolschina auch Prof. Albrecht von Massow sowie der kanadische Komponist Gilles Gobeil.
Der 1975 in Udine geborene Komponist und Pianist Stefano Bulfon erhielt seine Ausbildung am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Turin (Komposition) sowie am Konservatorium „Jacopo Tomadini“ in Udine (Klavier). Er absolvierte zudem Meisterkurse bei Jonathan Harvey, Pascal Dusapin und Wolfgang Rihm. Seine Kammermusik- Werke wurden unter anderem von so namhaften Ensembles wie dem Ensemble Intercontemporain und dem Arditti String Quar- tet uraufgeführt.
Er erhielt Einladungen zu zahlreichen Festivals für zeitgenössische Musik, darunter Musica (Strasbourg, 2004), Rencontres Inter- nationales de Composition (Cergy-Pontoise, 2005) und 25 Jahre Ensemble Modern (Frankfurt, 2005). Stefana Bulfons Werke werden vom Verlag Nuova Stradivarius heraus gegeben. In den vergangenen Jahren erschienen u. a. „Not any window“ für Altstimme und Elektronik, „Stultifera navis“ für Streichquartett und „Il rovescio del sublime“ für Ensemble. Seit 2007 lebt Stefano Bulfon in Paris.
März
Tagung
Die Verlautbarung des Geistes. Beat-Stille-Pop
Künstlerisch-wissenschaftliche Tagung zur Philosophie des Hörens Konzeption: Marina Sawall (Wien) zusammen mit Kathleen Hilde- brand (Tübingen), Nils Röller (Zürich) und Christian Schulte (Wien) Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar
Freitag, 19.03. bis Sonntag, 21.03.2010 Goethe-Nationalmuseum, Festsaal, Frauenplan 1, Weimar Studio für elektroakustische Musik (SeaM), Coudraystr. 13, Weimar Bauhaus-Universität Weimar, Limona (Glaskasten), Steubenstr. 6 Gaswerk, Projekt- und Designwerkstatt, Schwanseestr. 92, Weimar
Auf der Tagung soll die spezifische Wahrnehmungsform des Hörens in den Blick genommen werden. Künstler, Musiker und Wissenschaftler sind eingeladen, über die Bedeutung des Hörens für das Denken und speziell für die Prozesse des Komponierens und des Dichtens zeitgenössischer Musik und Lyrik nachzudenken.
Es wird eine Dreiteilung geben, in der die Vortragenden sich mit den Komponisten John Cage und Luigi Nono und im dritten Teil dann mit Lyrik und Theater in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen werden. In allen drei Bereichen sollen Fragen nach dem Verhältnis von Hören und Sehen, nach Zeitwahrnehmung und Zeitgestaltung in der Musik, sowie nach Rhythmus und Wiederholung in der (neuen) Musik gestellt werden.
Zudem kann man sich mit dem Medientheoretiker Marshall McLuhan fragen, ob eine Konzentration auf die Prinzipien der akustischen Wahrnehmung - im Gegensatz zu den in unserer Kultur dominanten Prinzipien des Visuellen - eine völlig andere Sicht auf die Welt, ein anderes Denken zur Konsequenz hätten, wie McLuhan mit seinem Konzept des „acoustic space“ behauptet.
April
Hörinstallation in Buchenwald
Der 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchen- wald ist in besonderer Weise der Geschichte der Kinder von Buchenwald sowie ihrer Rettung durch Mithäftlinge und Angehörige der 3. US-Armee gewidmet. Die Gedenkstätte Buchenwald präsen- tiert aus diesem Anlass vom 10. bis 16. April die Ausstellung „Buchenwald-Kinder. Eine Hörinstallation an drei Orten“. Sie befindet sich im Gelände des ehemaligen Häftlingslagers an früheren Standorten von Baracken.
Konzertexamen Ludger Kisters in Weimar
Zum Konzertexamen Elektroakustische Musik des Komponisten Ludger Kisters wird am 15. und 16. April in das Studio für elektroakustische Musik (SeaM) in der Coudraystr. 13a in Weimar eingeladen.
Dort hält er am Donnerstag um 19:30 Uhr einen Vortrag unter dem Titel „Natur als kompositorischer Ansatz in elektroakustischer Musik“. Dem folgt am Freitag um 19:30 Uhr ein Konzert, in dem folgende Werke Kisters erklingen:
... im Sturze, Stereo-Tonband | Im Zwielicht für Streichquartett und Live-Elektronik | Der Taumel , Mehrkanal-Tonband | Fantazia für Viola und Live-Elektronik | translucency, Mehrkanal-Tonband | Der Atem des Waldes - Klangspuren vom Amazonas, Mehrkanal-Tonband.
Die Mitwirkenden sind: Astrid Schütte, Violine | Julia Horenburg, Violine | Christiane Freywald, Viola | Julia Rarisch, Viola | Markus Löbling, Violoncello
Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei!
11. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik
Zwischen dem 26. April und dem 2. Mai 2010 veranstaltet der via nova e.V. die 11. Auflage der Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik. Hierzu teilen die Organisatoren mit:
Auf den Fahnen des Festivals steht die Vernetzung von Komponisten und Ensembles, die Popularisierung Neuer Musik sowie eine innovative Fortschreibung der Musikgeschichte.
Zwei internationale Kompositionswettbewerbe und die Konzerte mit einer Vielzahl von Uraufführungen beleuchten das Schaffen zeitgenössischer Komponisten. Stilistisch ist das Programm so breitgefächert wie die Neue Musik selbst: So finden die experimentelle Performance, Live-Elektronik, Multimedia und Jazz genauso Platz wie Konzerte mit traditionell geprägten Kompositionen. Workshops und Vorträge liefern Hintergründe und praktische Anleitungen zum gegenwärtigen Schaffen in der klassischen Musik.
Neue Kooperationen bereichern und erweitern in diesem Jahr das gewachsene Festivalprogramm. So wird das Festival erstmals durch eine Kooperationsveranstaltung mit dem Deutschen Nationaltheater im e-werk Weimar eröffnet. Die Einbeziehung des Ensembles für Neue Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt und des Landesjugendensembles Neue Musik, das sein Gründungskonzert beim Festival gibt, sind ebenso neue Programmpunkte, wie die Einbindung Hessisch-Thüringischer Response-Projekte. Mit diesen Vermittlungsprojekten weisen die WFT schon in diesem Jahr auf einen Höhepunkt im Liszt-Jahr 2011: Dann gastiert die Europäische Musikmesse ARTMUSFAIR unter dem Motto „engaging new audiences for new music“ bei den Frühjahrstagen in Weimar.
www.via-nova-ev.de Kontakt: via_nova@web.de | Tel.: 03643-490748
Mai
Sonderveranstaltung am 5. Mai in Weimar: „Was die Ohren sehen“
Konzert und Workshop des Studios für elektroakustische Musik (SeaM) mit Sehbehinderten im Rahmen der Aktionstage für Menschen mit Behinderung 2010
Im Einladungstext heißt es:
Als Musiker sind wir im Gegensatz zu vielen Laien darauf trainiert, dem Ohr als Sinnesorgan einen bestimmten Vorrang zu gewähren. Oft schließen wir die Augen, wenn wir Musik hören, um unsere Aufmerksamkeit auf diesen Sinn zu fokussieren. Was aber, wenn man ohne den zusätzlichen visuellen Sinn aufwächst? Inwieweit unterscheidet sich die auditive Wahrnehmung von Blinden und Nichtblinden? Wir stellen die Hypothese auf, dass sich die Art, analytisch und räumlich zu hören, bei Blinden anders darstellt. Auch ist es interessant zu erfahren, wie Blinde die gehörte Musik beschreiben – fallen wir doch selbst häufig auf visuelle Metaphern zurück, indem wir von Klangfarbe sprechen oder sagen, ein Klang sei hell oder dunkel.
Besonders die elektroakustische und akusmatische Musik (Musik für Lautsprecher) ist hier interessant, da elektroakustische Komponisten häufig mit sehr "bildhaftem" Material arbeiten, manchmal sogar vom "Kino für die Ohren" sprechen. Darüber hinaus sind die Werke inhärent räumlich konzipiert und sind über Mehrkanalsysteme räumlich zu hören.
In Form eines speziell konzipierten Konzerts und eines begleitenden Workshops lädt das Studio für elektroakustische Musik eine Gruppe von blinden Teilnehmern ein, die sich mit der elektroakustischen Musik beschäftigen und ihre Erfahrungen mit denen der Studierenden des SeaM austauschen.
Zeitplan (vorläufig):
12:30 – 12:45 Einleitung 12:45 – 13:30 Vorstellung des SeaM/Diskussion 13:30 – 14:00 Pause 14:00 – 14:45 Selbst-Vorstellung des Publikums/Diskussion 14:45 – 15:45 “Soundwalk” 15:45 – 16:30 Pause 16:30 – 17:30 Konzert Elektroakustische Musik
Das Konzert und der Workshop finden am 05. Mai 2010 im Festsaal des Fürstenhauses, Platz der Demokratie 2/3, statt. Um telefonische Anmeldung unter 03643 - 555 171 wird gebeten.
„Neue Wege zur Musik – Wege zur Neuen Musik“ in Gera und Erfurt
Die Konzertreihe „Neue Wege zur Musik – Wege zur Neuen Musik“ der Klang Projekte Weimar e.V. startet mit zwei Konzerten des „Ensembles für Intuitive Musik Weimar“ (EFIM), das in der Saison 2010/2011 sein 30-jähriges Bestehen begeht.
An seine Anfänge erinnernd, stehen am Donnerstag, 27. Mai, um 19.30 Uhr in der St. Marienkirche in Gera-Untermhaus Kompositionen aus Karlheinz Stockhausens Zyklus „Für kommende Zeiten“ sowie Zeitzeugenberichte und Zitate aus Stasi-Protokollen auf dem Programm. Die Veranstaltung findet in in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. statt.
„Sakraler Tanz – zeitgenössische Rituale in Klang und Bewegung“ ist der Titel einer nächtlichen Aufführung am Samstag, 29. Mai, um 22 Uhr in der Erfurter Augustinerkirche. An Urformen der Choreographie anknüpfend, wird den Wurzeln des "geistlichen Tanzes" nachgespürt. Das Ensemble korrespondiert dabei mit dem Tänzer Hans-Georg Lenhart (Berlin), der an der Folkwang-Hochschule in Essen studierte und nach seinem Debüt in Pina Bauschs “Frühlingsopfer” zunächst in Brüssel wirkte. Danach arbeitete er jahrelang mit dem Choreographen Joachim Schlömer zusammen (Ulm, Deutsches Nationaltheater Weimar, Theater Basel). Weitere Stationen waren Amsterdam, Toulouse und seit 2006 Berlin. Die Aufführung findet in Kooperation mit der Erfurter Augustinergemeinde statt.
Weitere Veranstaltungen der “Neuen Wege zur Musik” sind an der Liszt-Orgel in Denstedt sowie auf Schloss Ettersburg und in Gotha geplant. Die 23. Tage Neuer Musik in Weimar finden vom 28. bis 31. Oktober 2010 statt.
Experimentelle Orgelmusik
Konzertreihe KLANG RAUSCH ORGEL 2010 wird in Erfurt eröffnet
Die 2009 unter dem Titel „KLANG RAUSCH ORGEL“ gestartete Konzerttreihe, die sich speziell experimenteller Orgelmusik widmet, wird 2010 fortgesetzt.
Die diesjährige Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 7. Mai, um 22 Uhr an der Compenius-Orgel der Michaeliskirche Erfurt statt. Michael von Hintzenstern (Weimar) spielt Werke von John Cage und Michael Vetter sowie eine Eigenkomposition. Dabei geht es vor allem um geheimnisvoll changierende Orgelklänge, die mit halb gezogenen Registern erzeugt werden. Dies ist unter anderem in einem Abschnitt aus John Cages Komposition „As Slow As Possible“ (so langsam wie möglich) zu erleben, von der seit dem Jahr 2001 in der Burchardikirche in Halberstadt eine Version realisiert wird, die 639 Jahre dauern soll.
Am Dienstag, 1. Juni, gestaltet Dominik Susteck (Kunststation Sankt Peter, Köln) um 20 Uhr ein Improvisationskonzert an der Liszt-Orgel in Denstedt, bei dem eine Windregulierungsmaschine zum Einsatz kommt. Mit dieser kann die Windzufuhr der Register stufenlos reguliert werden, wodurch bisher „unerhörte“ Klänge zu erleben sind.
Nach einem weiteren Konzert in der Weimarer Jakobskirche (Freitag, 16. Juli, 23 Uhr) klingt der Zyklus am 25. August um 20 Uhr unter dem Motto „Von Liszt bis Ligeti“ an der Liszt-Orgel in Denstedt aus.
Veranstalter sind die Klang Projekte Weimar e.V. in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kirchgemeinden.
Juni / Juli
Erfolgreiche Premiere in Stuttgart
Oper des Weimarer Komponisten Ludger Vollmer erklingt im Juli in Istanbul
Mit Ludger Vollmers „Gegen die Wand" erlebte am 10. Juni 2010 das erste deutsch-türkische Werk der Operngeschichte im Stuttgarter Kammertheater seine erfolgreiche Premiere. Die Oper wurde 2008 in Bremen uraufgeführt und beruht auf dem Drehbuch des gleichnamigen preisgekrönten Films von Fatih Akin. Die musikalische Leitung hat Bernhard Epstein. Mit ihm zusammen haben Regisseur Neco Çelik und Choreograph und Breaktänzer Kadir „Amigo" Memis diese Neuinszenierung auf die Bühne des Kammertheaters gebracht. Bereits seit Oktober vergangenen Jahres probt der Projektchor der Jungen Oper, rund dreißig Jugendliche internationaler Herkunft, für diese Produktion. Seit Mitte April sind Tänzer und Sänger mit von der Partie, allen voran als musikalische Hauptdarsteller der deutschtürkische Bariton Selcuk Cara als Cahit und die tschechische Mezzosopranistin Tereza Chyňavová als Sibel. Die weibliche Tanzpartie ist mit Sonia Santiago besetzt, die von 1997 bis 2001 als Erste Solistin beim Stuttgarter Ballett engagiert war.
Ludger Vollmers energiegeladene, emotionale Komposition oszilliert musikalisch zwischen den Kulturen: Die Abwechslung von filmisch-effektvollen Klängen einer klassischen Orchesterbesetzung auf der einen und dem orientalischen Kolorit der traditionellen türkischen Instrumente auf der anderen Seite spiegelt die schmerzhafte Suche der beiden Deutschtürken Sibel und Cahit nach Liebe und Identität, nach innerer und äußerer Heimat im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Um aus den prägenden familiären und kulturellen Strukturen auszubrechen und ein Leben nach ihren ganz eigenen Vorstellungen von Freiheit leben zu können, fasst Sibel einen folgenschweren Entschluss: Sie geht eine Scheinehe mit dem 40-jährigen lebensmüden Cahit ein. Hinter dieser selbstgebastelten Fassade fühlt sie sich frei. Dann jedoch verlieben sich Sibel und Cahit tatsächlich ineinander. Sie geraten in einen Strudel extremer Gefühle, der unaufhaltsam in die Katastrophe führt.
Am 5., 6. und 7. Juli wird “Gegen die Wand” beim 1. Interna- tionalen Opernfestival in Istanbul als Gastspiel des Bremer Theaters präsentiert.
www.ludger-vollmer.de
“KLANG RAUSCH ORGEL” in der Weimarer Jakobskirche
Die 2009 unter dem Titel “KLANG RAUSCH ORGEL“ gestartete Konzerttreihe, die sich in verschiedenen Orten Thüringens speziell experimenteller Orgelmusik widmet, wird 2010 fortgesetzt. Einer der Abende findet am Freitag, 16. Juli, um 23.00 Uhr an der Böhm-Orgel der Weimarer Jakobskirche statt. Er ist als Angebot gedacht, sich zu nächtlicher Stunde in der durch Kerzen illuminierten Kirche neuen Erlebniswelten zu öffnen. Dabei geht es vor allem um geheimnisvoll changierende Orgelklänge, die mit halb gezogenen Registern erzeugt werden. Im Zentrum steht ein Abschnitt aus John Cages Komposition „As Slow As Possible“ (so langsam wie möglich). Es spielt Michael von Hintzenstern (Weimar).
Die Tempovorschrift des 1985 für Klavier geschaffenen und 1987 für Orgel bearbeiteten Werkes stellt die Frage: Wie langsam eigentlich "So langsam wie möglich" ist?
Die langsamste Version des Stückes wird seit 2000 in der Burchardikirche in Halberstadt realisiert, die insgesamt 639 Jahre dauern soll. Inzwischen liegt eine „Kurzfassung“ auf CD vor (71 Minuten und 18 Sekunden), die an der Hildebrandt-Orgel in Naumburg aufgezeichnet wurde. Teile der Partitur werden im Rahmen des Zyklus „KLANG RAUSCH ORGEL“ in Konfrontation mit anderen Kompositionen präsentiert. Als Veranstalter fungieren die Klang Projekte Weimar e.V.
„Klang-Reise“ auf Schloss Ettersburg
Unter dem Motto „Klang-Reise“ gastiert das „Ensemble für Intuitive Musik Weimar“ (EFIM) mit Harvardprofessor Hans Tutschku (Boston) am Mittwoch, 28. Juli, um 20 Uhr im Gewehrsaal von Schloss Ettersburg. Auf dem Programm stehen Werke von Karlheinz Stockhausen (1928-2007).
Es war die Faszination für die Musik des Kölner Avantgardisten, die 1980/81 vier junge DDR-Musiker zur Gründung eines Ensembles mit Live-Elektronik veranlaßte. Inzwischen gastierte es in 30 Ländern.
Nach der Grenzöffnung konnte die Gruppe erstmals 1990 vor Stockhausen spielen, der in einem Brief darüber schrieb: "...es war gut, daß ich Euch endlich im Konzert erlebt habe. Euch allen möchte ich danken: Ihr habt die Intuitive Musik lebendig gehalten. Wir werden gewiss gemeinsam diese eigenartige Musikform weiterentwickeln."
Im Anschluß an eine intensive Probenphase im Mai 1991 schrieb er nach Weimar: "DANKE für die Pfingsttage: auch für mich waren sie außerordentlich lehrreich, und Ihr seid einfach 4 Engel! Ich werde helfen, wann immer ich eine Chance bekomme, daß Ihr weitergeht in der Entdeckung, Klärung der Intuitiven Musik."
Vom 25. bis 27. Mai 2005 bot sich eine weitere Gelegenheit, mit dem Komponisten an der Interpretation von sechs Texten aus dem Zyklus FÜR KOMMENDE ZEITEN in Kürten zu arbeiten und diese im Abschluss in Köln als CD aufzunehmen. Wie bereits 1991 gelang es ihm nach kurzer Zeit, einen wahrhaft pulsierenden Musizierprozeß in Gang zu setzen.
Drei Jahre nach dem Tod des Komponisten ist das Ensemble eingeladen, vom 31. Juli bis 8. August bei den Stockhausen-Kursen in Kürten die Interpretation Intuitiver Musik an Teilnehmer aus aller Welt weiter zu vermitteln.
Das Konzert in Ettersburg wird von den Klang Projekten Weimar e.V. in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Akademie Schloss Ettersburg veranstaltet und vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen, der Pro Musica Viva – Maria Strecker-Daelen-Stiftung (Mainz) und dem Kulturamt der Stadt Weimar gefördert.
August
„sounding D“ – Neue Musik unterwegs in Deutschland, und der Weimarer Professor Robin Minard fährt mit
In Saarbrücken sammelt man gerade eifrig Klänge: das Dröhnen der Stadtautobahn, das Geläut des Rathaus-Glockenspiels, die Rangierarbeiten am Güterbahnhof und natürlich das Schnattern der Gänse in der Saar werden aufgenommen. Der Grund: Vor Ort ist Robin Minard, Professor für elektroakustische Komposition und Klanggestaltung an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Bauhaus-Universität Weimar. Die Aufnahmen begleitet Minard in Vorbereitung auf das bundesweite Neue-Musik-Projekt „sounding D“, das von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Mit einem Sonderzug, in dem die Klänge aus 15 deutschen Städten künstlerisch gemischt und wiedergegeben werden, wird der kanadische Soundkünstler mit der Frage durchs Land fahren: „Wie klingt (Neue Musik in) Deutschland?"
Akustische Antworten darauf geben Dresden, Berlin, Hamburg, Kiel, Oldenburg, Göttingen, Essen, Moers, Köln, Neuwied, Saarbrücken, Freiburg, Stuttgart, Augsburg und Passau. Vom 25. August bis 12. September 2010 wird „sounding D“, der Klang-Sonderzug, in diesen Städten Halt machen. Die Fahrt endet mit dem dreitägigen Abschlussfest „mittenDrin“ in Eisenach vom 10. bis 12. September 2010. Der Zug verknüpft die einzelnen Projektorte musikalisch und verwandelt die Reiseroute in eine klingende Landkarte. In jeder Halte-Stadt finden außerdem eigene Veranstaltungen mit Neuer Musik statt. So wird sich in Wandelkonzerten, auf Klangspaziergängen, auf Musikfesten und bei Konzerten einer der kreativsten Bereiche unserer Musikkultur über zwei Wochen lang präsentieren.
Die Spinne im akustischen Netz ist Robin Minard, der seit 1997 die Professur für elektroakustische Komposition in Weimar innehat und das Studio für elektroakustische Musik leitet. Geboren 1953 in Montréal, macht der kanadische Komponist seit Mitte der 1980er Jahre weltweit vor allem durch seine Klanginstallationen auf sich aufmerksam, die als intermediale Kunst das Geräusch und den Raum in die Musik mit einbeziehen.
Weitere Informationen:
www.sounding-d.net www.hfm-weimar.de
Zug mit Klangkunst reist durch Deutschland
Zum Abschluss Festival vom 10. bis 12. September in Eisenach
Unter dem Motto „soundingD“ reist vom 25. August bis 10. September ein Eisenbahnzug mit Klangkunst von Dresden über Berlin, Hamburg, Kiel, Oldenburg, Göttingen, Essen, Moers, Köln, Mainz/Engers, Saarbrücken über Freiburg, Stuttgart, Augsburg und Passau nach Eisenach. Dort wird die Tour unter dem Motto „MittenDrin“ vom 10. bis zum 12. September mit einem Festival abgeschlossen– an der geographischen Mitte sowie im Zentrum der Kulturgeschichte des Landes. Mit Klangexpeditionen, gestaltet unter der Leitung des Komponisten Daniel Ott zusammen mit Erwin Stache, Kirsten Reese und Zoro Babel, werden Stadt und Umland erkundet und dazu das Publikum wie Musiker und Ensembles aus Eisenach und Thüringen real mitgenommen. Hierbei werden noch Mitwirkende gesucht!
Die komponierten Klangbewegungen umspannen ihrerseits das dreitägige Abschlussfestival mittenDrin und verbinden die Konzerte mit repräsentativen Ensembles aus dem Netzwerk und Gästen in der Bach-Kirche St. Georgen, im Festsaal der Wartburg, im Stadtschloss und im Landestheater. Den Zug durch die Neue Musik von sounding D vollenden die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, das Ensemble S aus Hannover, das KNM Berlin, das Ensemble Marges aus Weimar und das Ensemble Modern unter anderem mit Werken von Karlheinz Stockhausen, Gérard Grisey, Paul-Heinz Dittrich, Iannis Xenakis, Arnold Schönberg sowie einer Uraufführung von Benedict Mason. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung des Netzwerkes Neue Musik.
www.sounding-D.net www.netzwerkneuemusik.de
sounding D - Neue Musik in Deutschland erfahren!
Ab 25. August geht der sounding D-Zug auf seine zweieinhalbwöchige Tour durch Deutschland. Vom 25. August bis zum 12. September 2010 fährt er spiralförmig durch die Republik und löst in 16 Städten Wandelkonzerte, Klangspaziergänge, klingende Räume, Musikfeste und Konzerte aus, die Einblicke in eine weltweit einmalige Musiklandschaft bieten. Mit über 150 Konzerten und musikalischen Aktionen, bei denen rund 1.200 Musiker mitwirken, sorgen die 255 Projektpartner vor Ort für ein einzigartiges Musikerlebnis.
Darüber hinaus sammelt der sounding D-Zug unterwegs die Sounds der Städte, bündelt und verarbeitet sie, und projiziert sie neu-komponiert in die Klanginstallation Outside In (Blue) von Robin Minard im Wagoninneren und ins Internet:
sounding D » SoundMap
Bisher gab es auf der SoundMap im Internet für jede Stadt kleine Zugkompositionen von Robin Minard – nun ist sie umfassend erweitert worden und macht das Projekt als Ganzes sicht- und hörbar: Die SoundMap zeichnet einerseits den spiralförmigen Weg des Zuges von Ort zu Ort nach. Andererseits entfalten sich durch Zoom in die Städte die 15 Soundwalks: Sie werden mit ihren insgesamt 225 Hörpunkten für den User erlebbar und lassen eine einzigartige Klangskulptur entstehen. In der Ästhetik von Google Maps lädt die SoundMap ein zu einer virtuellen Tour durch die Städte, zum Ausprobieren der klingenden Hörpunkte und zum spielerischen Kombinieren. In „real life“ können die Soundwalks jederzeit begangen und nachgehört werden. Karten mit den Soundwalks stehen zum Download auf den Städteseiten unter
Tagsüber lädt der sounding D-Zug in den Bahnhöfen Interessierte und Reisende zum Besuch ein: Sie können die Klanginstallation erleben, in den Hörabteilen ihren Körper als Resonanzraum ausprobieren oder auf akustische Entdeckungstour mit dem Zugteam gehen:
sounding D » Hörführungen
Heute schon gehört? Die kostenfreien Hörführungen im sounding D-Zug und im Bahnhofsareal sensibilisieren die Ohren und ermöglichen ein außeralltägliches Erleben der Klangwelt, die uns umgibt. In ca. einer Stunde kann man auf Klangsuche gehen — hier wird im Bahnhofsumfeld ungewöhnlichen Klängen nachgespürt und nachgehört. Über einen Kopfhörer mit dem Mikrofon verbunden, erlebt jeder der Teilnehmer die selben Klänge, aber mit anderen Ohren. Oder Sie lernen mehr über Aufnahmetechnik mit Achtung: Aufnahme! — hier wird gezeigt, wie Klänge aufgenommen werden, was beim Auspegeln zu beachten ist, wie das Mikrofon ausgerichtet sein muss und schließlich, was man mit einer Aufnahme alles anstellen kann.
Anmeldungen sind direkt am Zug möglich, wir empfehlen aber eine Reservierung unter Fon 0800 / 80 90 804
Am Ende der großen Tour ist sounding D in konzentrierter Form in der Bachstadt Eisenach zu erleben. Beim Abschlussfestival mit- tenDrin laden vom 10. bis 12. September 2010 Klang- expeditionen, klingende Berge und Konzerte renommierter Ensembles dazu ein, Eisenach musikalisch neu zu entdecken. Eine Vorschau dazu ist bereits jetzt zu sehen:
sounding D » Ausstellung in Kooperation mit dem Bachhaus Eisenach: Klangkunst. A German sound
Die mobile Ausstellung im Foyer des Bachhaus zeigt mit Arbeiten von Rolf Julius, Franz Martin Olbrisch, Christina Kubisch, Ulrich Eller, Tilman Küntzel, Frauke Eckhardt, Hans W Koch, Jens Brand, Jens-Uwe Dyffort, Roswitha von den Driesch und Erwin Stache repräsentative Beispiele aktueller Klangkunst in Deutschland. Kuratiert von Stefan Fricke und Johannes S. Sistermanns wurde die Ausstellung im Rahmen der Förderprojekte Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats produziert.
Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach Täglich 10-18 Uhr, Eintritt frei!
Kommunikation
Netzwerk Neue Musik e.V. Leibnizstr. 80 10625 Berlin Fon +49 (0)30 310 18 08-20 Fax +49 (0)30 310 18 08-18 www.netzwerkneuemusik.de
The Merce Cunningham Dance Company The Legacy Tour macht Station beim Kunstfest Weimar 2010
Der 1919 im US-Bundesstaat Washington geborene Merce Cunningham gilt als bedeutendster Choreograph seiner Zeit. Im Juli 2009 starb er kurz nach der Premiere seines neuesten Stückes „Nearly Ninety“ in New York.
Merce Cunningham überließ nichts dem Zufall. Die Zukunft seiner Dance Company hat er genau geplant. Zwei Jahre noch, so verfügt er in seinem Testament, dürften seine Stücke gezeigt werden – dann müsse sich die Merce Cunningham Dance Compagnie endgültig auflösen. Einzig die vorhandenen Mitschnitte würden dann noch Zeugnis von der Kreativität und Schaffenskraft des amerikanischen Meisters ablegen können.
Das Kunstfest Weimar nutzt diese Chance, um dem deutschen Publikum Cunninghams Vermächtnis live zu präsentieren. Am 28. und 29. August 2010 zeigen wir als Deutschland-Premiere sein letztes Stück „Nearly 90²".
Die revolutionäre Arbeitsweise Cunninghams, die allen Komponenten seiner Arbeit – Musik, Tanz, Bühne – Gleichberechtigung und Unabhängigkeit einräumte, wird bei einem zweiten Cunningham-Abend am 30. August 2010 sichtbar: „Event“ im Bild Immerse von Robert Rauschenberg.
Mit diesen drei Vorstellungen gastiert das Kunstfest Weimar zum ersten Mal im Theater Erfurt.
September
KUNSTFEST WEIMAR: artists in residence
Carolin und Jörg Widmann präsentieren wegweisende Werke Neuer Musik
Jörg Widmann zählt zu den meistgespielten Komponisten und zu den besten Klarinettisten unserer Zeit. Seine jüngere Schwester Carolin Widmann wurde als „eigensinnigste Geigerin ihrer Generation“ bezeichnet (DIE ZEIT); beide sind mit Auszeichnungen und Preisen überhäuft. Schon als Kinder haben Jörg und Carolin miteinander musiziert. Ihr gemeinsames Repertoire umfaßt Werke von der Klassik bis zur Gegenwart.
Das Orchesterkonzert des SWR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Sylvain Cambreling am 12. September ist Abschluß des Kunstfestes 2010 und Ausklang des Widmann-Programms.
Donnerstag, 2. September 20 Uhr Jakobskirche Späte Werke... artists in residence Kammerkonzert II Carolin Widmann, Frank Reinecke, Violine Hariolf Schlichtig, Viola | Nicolas Altstaedt, Cello Wolfgang Güttler, Kontrabaß | Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier | Christiane Oelze, Sopran Felix Mendelssohn Streichquintett op. 89 Aribert Reimann »...oder soll es Tod bedeuten...« für Sopran und Streichquartett Alban Berg Vier Stücke op. 5 für Klarinette und Klavier Arnold Schönberg Fantasie für Violine und Klavier op. 47 Johannes Brahms Klarinettenquintett h-moll op. 115
19,-/29,- €
Samstag, 4. September 20 Uhr, Musikgymnasium Schloß Belvedere Kontraste artists in residence Kammerkonzert III Carolin Widmann, Violine Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier Igor Strawinsky Histoire du Soldat (Trio-Fassung) Robert Schumann Fantasiestücke op. 73 für Klarinette und Klavier Jörg Widmann etudes I-III für Violine solo Robert Schumann Violinsonate Nr. 3 a-moll Bela Bartók Contrasts für Violine, Klarinette und Klavier
19,-/29,- €
Mittwoch, 8. September 20 Uhr, Festsaal im Schloß Zeitenwende – Hommage à Pierre Boulez artists in residence Kammerkonzert IV Carolin Widmann, Violine Nicolas Altstaedt, Cello Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier EXPERIMENTALSTUDIO des SWR, Live-Elektronische Realisation Pierre Boulez Anthèmes 2, für Violine und Live-Elekronik Pierre Boulez Dialogue de l’ombre double, für Klarinette und Live-Elekronik Olivier Messiaen Quatuor pour la fin du temps
29,- €
Sonntag, 12. September 11 Uhr, Weimarhalle Geschwister-Harmonica SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Sylvain Cambreling, Leitung Carolin Widmann, Violine Jörg Widmann, Klarinette Carl Maria von Weber Klarinettenkonzert Nr. 1, op. 73, f-moll Jörg Widmann Armonica Robert Schumann Violinkonzert d-moll
14,-/23,-/31,-/38,-/43,- €
Hommage à Hannah Hoech
Performance in der Gothaer Bücherstube am Hauptmarkt
Unter dem Motto "Von Dada bis Fluxus" gestaltet das Duo "Klang-Zeichen" (Weimar) am Dienstag, 21. September, um 20 Uhr eine Hommage an die Dada-Künstlerin Hannah Hoech in der gleichnamigen Gothaer Bücherstube am Hauptmarkt 15.
Dabei bringen Daniel Hoffmann (Trompete/Flügelhorn/Stimme/ Röhrenradio) und Michael von Hintzenstern (Harmonium/Stimme/ Röhrenradio) nicht nur Teile der “Ursonate” von Kurt Schwitters, sondern auch experimentelle Konzepte von Man Ray und John Cage zu Gehör. Ganz im Sinne von Hannah Hoech steht das Thema “Collage” im Mittelpunkt des Performance.
Das 2004 gegründete Duo versteht sich als Experimentalensemble, das “Traditions- linien” des Dadaismus aufgreift und stark durch die ästhetischen Ansätze von John Cage geprägt ist. Die reative Einbeziehung des Publikums ist ein zentrales Anliegen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Konzertreihe “Neue Wege zur Musik – Wege zur Neuen Musik” er Klang Projekte Weimar e.V. statt und wird gefördert vom
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen und der Pro Musica Viva – Maria Strecker-Daelen-Stiftung (Mainz).
Der Eintritt ist frei!
Uraufführung in Saalfeld
Am 5. September 2010 um 18 Uhr wird in der Saalfelder Johanneskirche das "Himmelfahrt-Oratorium" von Oskar Gottlieb Blarr uraufgeführt. Mitwirken werden dabei neben 4 Solisten die Thüringer Sängerknaben, der Oratorienchor Saalfeld und die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Vertont wurden in diesem Werk die Geschichten der Himmelfahrt des Propheten Elias aus dem Alten Testament sowie die Auffahrt Jesu, wie sie im Neuen Testament überliefert ist.
Der Komponist wird in Saalfeld dazu eine Einführung geben und für Fragen zur Verfügung stehen. Diese Veranstaltung findet nicht, wie ursprünglich geplant, am 11. Mai, sondern am Dienstag, 15. Juni, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Am Hohen Ufer 8, statt.
Eine weitere Aufführung des Werkes erfolgt im Rahmen der Landeskirchenmusiktage der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am Sonntag, 26. September, um 20 Uhr in der Erfurter Thomaskirche. Blarr studierte Komposition bei Bernd Alois Zimmermann. Von 1961 bis 1999 war er Kirchenmusiker der Neanderkirche in Düsseldorf und wirkte ferner als Honorarprofessor für Instrumentation an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als Komponist schuf Oskar Gottlieb Blarr Oratorien, Orchesterwerke, Kammer- und Orgelmusik sowie Neue Geistliche Lieder.
Neue Vorhaben des ”Absurden Chors” in Weimar
Der 2009 gegründete „Absurde Chor“ macht weiter. Nach erfolgreichen Auftritten beim „42. Kongress: Absinth – Die Gurken – Der Putsch“ am 2. Februar in der Bauhaus-Universität und auf einer Vernissage der „Galerie Eigenheim“ am 16. April im Deutschen Nationaltheater Weimar hat ein Großteil der bisherigen Akteure sein Interesse an einer Weiterarbeit bekundet. Initiator Michael von Hintzenstern (Klang Projekte Weimar e.V.) sieht darin eine Chance, das Repertoire auszubauen und die gestalterischen Möglichkeiten weiter zu entwickeln. Dabei möchte er sich zunächst auf dadaistische Texte konzentrieren. Die Proben sollen jeweils der Vorbereitung konkreter Auftritte dienen, für die bereits Anfragen vorliegen.
Die anläßlich seiner Gründung ausgerufenen Maximen behalten weiterhin Gültigkeit:
Ein Chor, der nicht singt, sondern Geräusche erzeugt. Ein Chor, der die Sprache von ihrem konventionellen Inhalt befreit. Ein Chor, der durch gestische Aktion verzaubert. Ein Chor, der (sich) bewegt und (andere) mitzieht.
Wer dabei mitwirken möchte, sollte sich baldigst melden! Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Kontakt: Klang Projekte Weimar e.V., Telefon (AB): 03643 / 5 34 20, E-Mail: hintzenstern@gmx.de
Oktober
Der Oskar-Sala-Pavillon feiert Premiere!
Vom 25. September bis zum 3. Oktober ist der Pavillon auf der Elsteraue in der Greizer Neustadt (Oskar-Sala-Straße) für Besucher geöffnet.
Öffnungszeiten 26.09. – 30.09., täglich 15 – 19 Uhr
Eröffnung der Oskar-Sala-Ausstellung: Donnerstag, 30. September 2010, 17 Uhr
Filmvorführung “Oskar Sala – die vergangene Zukunft des Klangs”: (Dokumentarfilm, D1999, Ingo Rudloff/Oliver Rauch) Freitag, 1. Oktober 2010, 19 Uhr
Filmpräsentation “Die Fliegen”: (Experimentalfilm, D2010, Susann Maria Hempel) Samstag, 2. Oktober 2010, 19 Uhr
Greizer Neustadtfest: Sonntag, 3. Oktober 2010 Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos! Home: http://oskarsala2010.org/ Kontakt: jan.sieber@oskarsala2010.org Ein Projekt der Initiative “Oskar Sala 2010″ in Kooperation mit der IG Greizer Neustadt e.V. und der Bauhaus-Universität
Treffen junger Komponisten in Sondershausen
Workshop Jugend komponiert und Probenphase des Landesjugendensembles Neue Musik am 8. bis 12. Oktober 2010 in der Landesmusikakademie
Ein Projekt des Landesmusikrates Thüringen und der Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen, gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Bereits zum dritten Mal treffen sich junge Komponistinnen und Komponisten zu einem viertägigen Workshop in der Landes- musikakademie Sondershausen. Zur Seite stehen Ihnen die drei hochkarätigen Dozenten Johannes K. Hildebrandt, Intendant der Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik, Peter Helmut Lang, künstlerischer Leiter des Jungen Deutschen Kompo- nistenforums, und Wolfgang Wollschläger, musikalischer Leiter des Thüringer Satiretheaters und Kabaretts »Die Arche«. Dass sich dieser Workshop auch über die Grenzen Thüringens hinaus herumgesprochen hat, beweisen Teilnehmer aus Berlin, Braun- schweig und Dülmen. Die Altersspanne reicht von 11 bis 18 Jahre.
Der Workshop soll die Teilnehmer unter anderem auf den 2011 stattfindenden Landeswettbewerb Jugend komponiert vorbereiten. Dieser Wettbewerb ist für zwei Kategorien ausgeschrieben: In der Kategorie A können zeitgenössische Werke für mindestens zwei Instrumente (zur Auswahl stehen eine Violine, ein Violoncello, ein Saxophon, ein Akkordeon und ein Klavier) eingereicht werden. Die Kategorie B steht Beiträgen aus den Bereichen Pop / Rock / Songwriting offen, die für ein Saxophon, eine Gesangsstimme und ein Klavier (in beliebiger Kombination) geschrieben sind. Weitere Informationen sind auf den Internetseiten des Landesmusikrates Thüringer (www.lmrthueringen.de) zu finden.
Zum ersten Mal werden in diesem Jahr gleichzeitig auch junge Nachwuchsinstrumentalisten in Sondershausen zu Gast sein. Das Landesjugendensemble Neue Musik wurde vor einigen Monaten auf Anregung des Vereins via nova - zeitgenössische Musik in Thüringen e. V. ins Leben gerufen und gab im Rahmen der Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik ein erfolgreiches Antrittskonzert.
Während die Teilnehmer von Jugend komponiert gemeinsam mit den erfahrenen Komponisten Ihre Werke besprechen und neue Kompositionen schaffen, studieren die jungen Musiker unter der künstlerischen Leitung von Juri Lebedev spannende Werke des 20.Jahrhunderts ein. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Johannes K. Hildebrandt, Thomas Krüger, Gerhard Stäbler und Peter Helmut Lang. - Aber es wird auch eine gemeinsame Schnittmenge geben, wenn die Musiker des LJNM die im Rahmen des Workshops entstehenden Werke erarbeiten.
Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden im Konzert des Landesjugendensembles Neue Musik am Montag, 11. Oktober um 19.30 Uhr in der Landesmusikakademie zu hören sein.
„Reflexion und Inspiration“_ 23. Tage Neuer Musik in Weimar (28. bis 31. Oktober 2010)
Schirmherr: Christof Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Die „Tage Neuer Musik in Weimar“ widmen sich seit ihrer Gründung 1988 jedes Jahr einem speziellen Thema. 2010 lautet es: „Reflexion & Inspiration“.
„Dabei wird den Einflüssen nachgespürt, die sich in vielfältiger Weise als anregend für ihre Arbeit erweisen“, erklärt Festivalleiter Michael von Hintzenstern den inhaltlichen Ansatzpunkt. Fünf Konzerte mit internationalen Spitzensolisten und Ensembles präsentieren dabei ein „Universum Neuer Klaviermusik“, „Theatralische Aktionen“, „Neue Spielarten improvisierter Musik“, „Internationale Tendenzen elektroakustischer Musik“ und „Neue Ansätze der Komposition für Streichquartett“.
Im Bestreben, einen der wichtigsten „Grenzgänger“ der Neuen Musik im Osten Deutschland anlässlich seines 80. Geburtstages zu ehren, wird Paul-Heinz Dittrich Zeuthen), als „composer in residence“ am Festival teilnehmen. Charakteristisch für dessen Werk ist die Verbindung von Musik und Sprache. Wie kaum ein anderer Tonschöpfer der Gegenwart hat er die europäische Literatur, insbesondere die Lyrik, in seinem umfangreichen Schaffen geborgen. Dafür stehen seine Klaviermusik V „Hommage à Heiner Müller“ ebenso wie sein Streichquartett III „Nachmusik nach Novalis“, welche das Festival umrahmen. Das gilt aber auch für Doppelbegabungen wie den Komponisten und Dichter Allain Gaussin, der das Blitzen nächtlicher Traumbilder in komplexe musikalische Strukturen verwandelt.
Ansatzpunkte gibt es viele, wenn z.B. Georges Aperghis in einer seiner musik-theatralischen Aktionen eine Autorennstrecke zum Schauplatz eines Schlagzeugstückes macht, in dem der Performer viele veschiedene Rollen zu spielen hat: den Fahrer, den Sport-Kommentator, das Publikum und das Auto selbst.
Gerade in der elektroakustischen Musik ergeben sich neue Beziehungsebenen, wobei die Klangwelt eines Flipperautomaten das „motivisch-thematische Material“ ebenso liefern kann wie das Bohren, Schweißen und Sägen eines Stahlwerkes. Das gilt nicht zuletzt für live-elektronischen Kompositionen, bei denen sich aus wechselseitigen Interaktionen zwischen Instrument und Computer neue Dimensionen des Musizierens eröffnen. „Klassiker“ wie Luigi Nono oder Frederic Rzewski werden hierbei einer Komponistengeneration gegenübergestellt, die erst in den 70er Jahren geboren wurde. Das Festival lädt dazu ein, einen Kosmos facettenreicher Möglichkeiten zwischen Reflexion und Inspiration zu erleben.
www.neue-musik-thueringen.de
Programm
Donnerstag, 28. Oktober, 20.00 Uhr, Jugend- und Kulturzentrum "mon ami" „Universum Neuer Klaviermusik“ Frank Gutschmidt (Berlin), Klavier Hans Tutschku (Boston), Live-Elektronik/Klangregie Paul-Heinz Dittrich: Klaviermusik V (1995/96) “Hommage à Heiner Müller” sowie Kompositionen von Allain Gaussin, Luigi Nono und Hans Tutschku
Freitag, 29. Oktober, 20.00 Uhr, "mon ami" „Theatralische Aktionen“ Sarah Sun (Stuttgart), Sopran Volker Hemken (Leipzig), Klarinette Olaf Tzschoppe (Freiburg), Schlagzeug Kompositionen von Georges Aphergis, Luciano Berio, Marta Gentilucci, Claude Lenners, Iris ter Schiphorst und Frederic Rzewski
Samstag, 30. Oktober, 20.00 Uhr, "mon ami" Neue Spielarten improvisierter Musik Sarah Sun (Stuttgart), Sopran Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM
Samstag, 30. Oktober, 21.30 Uhr, "mon ami" Internationale Tendenzen elektroakustischer Musik Kompositionen von Pete Batchelor, Felipe Otondo, Tom Williams, Chris Tarren und Hans Tutschku Klangregie: Hans Tutschku
Sonntag, 31. Oktober, 17 Uhr, "mon ami" Neue Ansätze der Komposition für Streichquartett Sonar Quartett (Berlin) Paul-Heinz Dittrich: Streichquartett III „Nachmusik nach Novalis“ (1987) Walter Zimmermann: „Songs of Innocence & Experience“ (1996) für Streichquartett und Tonband
Kartenverkauf: Tourist-Information Weimar (Markt), Telefon: 03643 / 745 745 Oder 30 Minuten vor Konzertbeginn
Kartenpreise: 12 Euro (Vorverkauf 10 Euro), ermäßigt 10 Euro (Vorverkauf 8 Euro),
Kombiticket 5 Konzerte 48 Euro
Konzertort: Jugend- und Kulturzentrum "mon ami", Weimar, Goetheplatz (neben dem Kasseturm)
Veranstalter: Klang Projekte Weimar e.V., P.-Schneider-Str. 26, 99423 Weimar Tel.: 03643/ 5 34 20, E-Mail: hintzenstern@gmx.de
Gefördert durch: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Kulturstiftung des Freistaates Thüringen Deutscher Musikrat – zeitgenössische Musik Sparkassenstiftung Weimar und Weimarer Land Stadt Weimar
November
Wassermusik: 9. Liquid Sound Festival in drei Thermen
Zum 9. Liquid Sound Festival kommen wieder Nachtschwärmer, Frühaufsteher und zeitlose Genießer zusammen und ausgiebig auf ihre Kosten. Am Wochenende haben deshalb die drei Toskana Thermen Bad Sulza, Bad Schandau und Bad Orb rund um die Uhr geöffnet. Es ist Zeit genug für alle da …
Das Programm beginnt am Samstag, dem 06. November, um 16.00 Uhr und geht mit Live-Auftritten und Zuspielungen ununterbrochen durch bis Sonntag, 07. November, um 13.00 Uhr. Kunst im Sinne des Liquid Sound Festivals ist ein langer, ruhiger Fluss, den die Badegäste ohne Hektik, halb träumend, halb tanzend, im warmen Wasser, in der Sauna, auf Liegestühlen oder im Bistro genießen können.
Das 24 Stunden gültige Festival-Ticket ist an allen Kassen der Toskana Thermen und an der Abendkasse erhältlich. Zeitlich begrenzte Besuche des Liquid Sound Festivals sind ebenfalls jederzeit zum regulären Eintritt möglich. Wer zwischen 02.00 und 04.00 Uhr nachts kommt, hat sogar für 2 Stunden freien Eintritt!
Das Liquid Sound Festival lädt zu einer ausgiebigen Nacht mit zeitgenössischer Multimedia-Kunst im, mit und unter Wasser ein. Hochkarätige Künstler interpretieren das Motto „Fließende Sinne“. Bei dem weltweit einzigartigen Festival sind die drei Toskana Thermen von Bad Sulza, Bad Orb und Bad Schandau mit Bild und Ton live miteinander verbunden. So erleben die Besucher auch, was im Laufe des Abends, der Nacht und dem folgenden Morgen in den anderen mit Wasser gefüllten Konzertsälen gespielt wird.
Das vollständige Programm, Ablaufpläne der einzelnen Thermen und Links zu den auftretenden Künstlern öffnet sich automatisch bei www.toskanaworld.net.
Uraufführung in Halle: "Kind und Kagel ..." von Thomas N. Krüger
Am 09.11.2010 wird um 19:30 Uhr in der Glashalle des Händel- Hauses Halle/Saale Thomas N. Krügers neues Musiktheaterwerk "Kind und Kagel - Spiel (in Bildern) für Ensemble und Projektionsflächen" zum Abschluss der Hallischen Musiktage 2010 uraufgeführt.
Thomas Nathan Krüger wurde 1986 in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) geboren. Von 2000 bis 2006 besuchte er den Musikspezialzweig der Landesschule Pforta und erhielt dadurch ersten Klavier-, Gesangs- und Chorleitungsunterricht. Nachdem er 2004 zu komponieren begann, schrieb er für die Chöre und Ensembles der Landesschule diverse Stücke, darunter ein chorsinfonisches Werk und eine Oper. In dieser Zeit erhielt er auch seinen ersten Kompositionsunterricht als Schüler der Komponistenklasse Halle-Dresden. Seit April 2007 studiert er Komposition an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar bei Prof. Michael Obst und ist zudem seit 2010 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Neben seinem Studium betreut er die Komponistenklasse Sachsen-Anhalt. Thomas Nathan Krüger wurde mit dem Franz-Liszt-Preis 2010 ausgezeichnet. Er arbeitete bereits mit Klangkörpern wie der Staatskapelle Halle/Saale, der Thüringen Philharmonie Gotha, dem Minguet-Quartett, dem Iturriaga-Streichquartett, sowie mit den Dirigenten Hans Rotman, Christof M Löser und Michael Wendeberg. Seine Musik wird seit Mai 2010 vom Verlag Neue Musik publiziert. den
Informationen zum Programm der Hallischen Musiktage und zum Abschlusskonzert gibt es unter:
http://www.lvdk.homepage.t-online.de/hmt_2010.html
http://kindundkagel.blogspot.com/
Uraufführung von Georg Katzer Atelierkonzert mit dem Duo Donath in Weimar
Eine neue Komposition für Violine und Gitarre von Georg Katzer wird am Sonntag, 14. November, um 17 Uhr im Atelier für Gestaltung in der Weimarer Markstrasse 12 von Antje und Heiner Donath uraufgeführt. Sie entstand im Auftrag des Thüringer Komponistenverbandes e.V.
Georg Katzer, geb. 1935 in Habelschwerdt, Schlesien, studierte Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin und Klavier in Berlin (Ost) und an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Danach war er Meisterschüler von Hanns Eisler an der Akademie der Künste der DDR, zu deren Mitglied er im Jahre 1978 gewählt wurde. Ernennung zum Professor für Komposition in Verbindung mit einer Meisterklasse. Hier gründete er 1982 das Studio für Elektroakustische Musik.
Katzer lebt seit 1963 als freischaffender Komponist in und bei Berlin. Er ist Mitglied der Akademie der Künste von Berlin- Brandenburg, der Freien Akademie Leipzig und der Akademie für Elektroakustische Musik in Bourges/Frankreich. 1986 Gastprofessor an der Michigan State University. Nach der Wiedervereinigung gehörte er 1990-2000 dem Präsidium des Deutschen Musikrates an. Ehrengast der Villa Massimo, Rom, 1992. Neben seiner kompositorischen Arbeit (Kammermusik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette, zwei Puppenspiele) beschäftigt sich Katzer auch mit Computermusik, Multimedia-Projekten und Improvisation.
Die Barbaren kommen: Zwei Uraufführungen beim Konzert des Ensemble Neue Musik der Weimarer Musikhochschule
Was passiert, wenn Die Barbaren kommen? Und was versteht man unter den Wikipedia-Kadenzen? Das und mehr gibt es beim Konzert des Ensemble Neue Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar unter der Leitung von Christof M Löser am Mittwoch, 17. November 2010 um 20:00 Uhr im Festsaal Fürstenhaus. Solist des Abends ist der aus Schweden stammende Schlagwerker und Weimarer Hochschulprofessor Markus Leoson. Bereits um 19:00 Uhr lädt das Ensemble Neue Musik zu einer Konzerteinführung in den Festsaal. Der Eintritt zur Einführung sowie auch zum Konzert ist frei!
Das Ensemble Neue Musik konzertiert einmal pro Semester mit Werken von Schönberg über Stockhausen bis hin zu Ligeti. Aber auch Eigenkompositionen von Studierenden der Hochschule kommen zur Aufführung. An diesem Abend werden gleich zwei Werke aus der Kompositionsklasse von Prof. Michael Obst uraufgeführt: Die Barbaren kommen von Maria-Dimitra Baveli und Spieltrieb 1 Wikipedia-Kadenzen für Schlagzeug solo und Ensemble von Thomas Nathan Krüger. Neu in diesem Jahr ist auch das Zusammenwirken mit einem Dozenten der Hochschule: Prof. Markus Leoson übernimmt den Solopart der Wikipedia- Kadenzen von Krüger sowie den Cymbalom-Part in Pierre Boulez‘ Werk eclat. Außerdem erklingen Edgard Varèses Octandre (1923) und Anton Weberns Konzert op. 24.
Markus Leoson studierte von 1986 bis 1991 an der Königlichen Hochschule für Musik in Stockholm. Es folgten Engagements als Schlagzeuger der Königlichen Hofkapelle Stockholm, als Solo-Pauker des Dänischen Rundfunkorchesters in Kopenhagen sowie der Königlichen Hofkapelle an der Königlichen Oper in Stockholm. Markus Leoson war beim Schwedischen Solistenpreis, beim Nordischen Solistenwettbewerb in Reykjavik, beim EBU/IFYP-Wettbewerb in Bratislava sowie beim ARD-Wettbewerb in München erfolgreich. Seit 2009 lehrt Markus Leoson als Professor für Schlagwerk an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.
Christof M Löser erhielt seine erste Klavier-, Cello- und Orgelausbildung in Korntal. In Freiburg studierte er Schulmusik, Musiktheorie und Klavier (Annekatrin Klein, James Avery) sowie Germanistik und Musikwissenschaft (Hans Heinrich Eggebrecht, Ulrich Konrad). Es folgte ein Dirigierstudium bei Wolf-Dieter Hauschild in Karlsruhe sowie Studien bei Peter Eötvös und Zsolt Nagy. In den Jahren 1996 bis 2001 hatte er einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der Musikhochschule Freiburg inne. An der Musikhochschule Stuttgart wirkt Christof M Löser seit 2000 als Orchestermanager, Dirigent (Leitung KammerEnsemble, Stirling Ensemble) und Dozent für Musiktheorie und Neue Musik, seit 2008 als Dozent für Ensembleleitung Neue Musik und Musiktheorie. Im Jahr 2008 übernahm er zudem die Leitung des Ensembles Neue Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.
Lautpoesie und Neue Musik Konzert am 19. November im Weimarer Saal Am Palais
Im Rahmen der Reihe “3 vor liszt” begegnen sich unter dem Titel “Klangentsprechungen” am Freitag, 19. November, um 20 Uhr im Weimarer Saal Am Palais der Lautpoet und Spezialist für Russische Avantgarde Sergej Birjukov und zwei Intrumentalisten des Ensem- bles “klangwerkstatt weimar”.
Birjukov, auf vielen internationalen Festivals mit seiner Sprach- performance gefeiert, wird auch in freier Improvisation mit den Musikern eigene Sprachkunstwerke vortragen. Diese Sprachbilder korrespondieren mit Kompositionen für Flöte und Klavier von Charlotte Seither, Annette Schlünz, André Jolivet, René Mense und Claus-Steffen Mahnkopf.
Neue Musik an der Eisenacher Musikschule
Die Musikschule “Johann Sebastian Bach” Eisenach lädt für Samstag, 20. November, um 16 Uhr zu einem Konzert in ihren Saal, Kurstraße 1, ein. Es spielen Joy Dutt ( Flöte) und Prof. Reinhard Wolschina (Klavier). Aufgeführt werden “La flute de pan” von Jules Mouquet, die “Kandinsky-Musik für Flöteninstrumente und Klavier” von Reinhard Wolschina sowie Antonin Dvoraks “Amerikanische Suite” in einer Transkription für Flöte und Klavier von Frank Michaell.
Dem Konzert geht ein 14 Uhr kleiner Vortrag voraus, in dem sich Reinhard Wolschina vorstellt und über seine Auftragskomposition für die Eisenacher Musikschule spricht, die 2011 uraufgeführt werden soll.
Kompositionsstipendium für den Thüringer Komponisten Peter Helmut Lang
Der in Weimar lebende Komponist Peter Helmut Lang erhält für die Monate August bis November ein Künstler-Stipendium des Landes Sachsen-Anhalt. Das Stipendium beinhaltet einen Arbeitsaufenthalt auf Schloss Hundisburg bei Magdeburg und wird in Höhe von 1.000 Euro pro Monat durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Lang gewann die bundesweite Ausschreibung des Kultusministeriums, die sich vorrangig an junge Künstlerinnen und Künstler richtet, die mit ihrer Arbeit bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben. Im letzten Jahr war das Stipendium für den Bereich Literatur ausgeschrieben und fand ein großes Echo, dieses Jahr waren Künstler der Sparte Musik/Komposition aufgerufen, sich zu bewerben.
Ermöglicht wird der Aufenthalt in Hundisburg im Zusammenwirken des Kultusministeriums in Magdeburg mit der Stadt Haldensleben. Lang freut sich, die Herbstmonate im “Land der Frühaufsteher” zu verbringen. Besonders, da im Weinberghaus des Schlosses Hundisburg gute Arbeitsbedingungen für einen Künstlerstipendiaten geschaffen wurden. Schloss Hundisburg liegt mitten in einer Kulturlandschaft und wartet mit einem reichen Angebot auf. Unter anderem findet dort auch eine Sommermusikakademie mit Prof. Rolf-Dieter Arens, dem Rektor der Weimarer Musikhochschule, statt. Peter Helmut Lang erhielt bereits mehrfach Stipendien, unter anderem der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen. Sein Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, zuletzt war er nominiert als Finalist für den British Composer Award 2009.
Dezember
Uraufführungen im Neuen Museum Weimar
Die “klangwerkstatt weimar” gestaltet am 3. Dezember um 19.30 Uhr im Neuen Museum zu Weimar den dritten Abend ihrer Reihe “3 vor liszt”.
Das Programm:
klangwerkstatt weimar – Michael Geyersbach - BLAUPAUSE (UA) John Cage (1912-1992) - Harmony X – Is There Not An Appointed Time? Hans Werner Henze (*1926) - Royal Winter Music - Ariel Isang Yun (1917-1995) - Intermezzo (1988) Hans Werner Henze (*1926) - Royal Winter Music - Touchstone, Audrey & William John Cage (1912-1992) - Harmony XX – Oh Give Thanks Hans Werner Henze (*1926) - Royal Winter Music - Bottom’s Dream klangwerkstatt weimar – Michael Geyersbach - BLAUgePAUSEd (UA)
Die Ausführenden:
Elizaveta Birjukova – Flöte, Andreas Schulik – Violine, Christina Meißner – Violoncello, Claudia Buder – Akkordeon, Thomas Müller-Pering – Gitarre Michael Geyersbach – Wortspiel
“Klänge einer Ausstellung”
Wandelkonzert am 9. Dezember in der ACC Galerie Weimar
Im Rahmen der Ausstellung “An das Gerät”, die bis 2. Januar 2011 in der ACC Galerie Weimar (Burgplatz 1+2) gezeigt wird, gibt es einen Raum mit Exponaten des “Ensembles für Intuitive Musik Weimar”. Dieses veranstaltete vor sechs Jahren auf Radio LOTTE Weimar das Projekt "Avantgardistische Hausmusik als Hausgerätemusik". Auf der Suche nach Wegen, wie der heute zumeist passive Hörer zu kreativem Mit-Tun animiert werden kann, ging es dabei um das Spielen mit Instrumenten, die unser Leben prägen: Radio, Haartrockner, Rasierapparat, Wasserkocher etc. Hierzu wurden in 12 Sendungen kompositorische Modelle entwickelt, die zum häuslichen Musizieren anregen sollten.
In drei anschließenden Live-Konzerten konnten sich die Musizierpartner telefonisch einwählen und ihre „Werke“ einspielen. Hierauf reagierten im Studio Daniel Hoffmann (Weimar), Trompete/ Flügelhorn, und Michael von Hintzenstern (Weimar), Harmonium, die zugleich mit diversen Klangerzeugern musizierten. Dies war die Geburtsstunde des Duos „Klang-Zeichen“.
Unter dem Motto “Klänge einer Ausstellung” wird das seither auch international erfolgreiche Ensemble bei einem Wandelkonzert nicht nur eigene Exponate, sondern auch die anderer Künstler zum Schwingen bringen!
Donnerstag, 9. Dezember 2010, 20:00 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €
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