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Hochschule für Musik “Franz Liszt” Weimar

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Thüringisches Landesmusikarchiv

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Die Bestände des Thüringischen Landesmusikarchivs im Archiv der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar reichen vom mittel- alterlichen Antiphonarfragment über die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, das Musikarchiv des Deutschen Nationaltheaters Weimar (Ende 18. - Ende 20. Jahrhundert) bis zum Nachlass Johann Cilenšeks (1913-1998). Zeitgenössische Kompositionen zählen zu den essentiellen Beständen eines solchen Archivs, das wird auch an den zahlreichen Werken der jüngeren Komponistengeneration deutlich. Auch Notenhandschriften bzw. Nachlässe früherer Musiker, die sich für die neue Musik ihrer Zeit engagierten, befinden sich im Landesmusikarchiv.

Der wohl bedeutendste Bestand zur musikalischen Avantgarde des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts im Thüringischen Landesmusikarchiv ist der des Allgemeinen Deutschen Musikvereins (ADMV). Der ADMV wurde 1861 in Weimar von Franz Liszt, Franz Brendel und mehr als 700 Musikern aus ganz Europa zur „Aufführung zeitgenössischer Musik“ gegründet. Die ADMV-Mitglieder kamen aus ganz Europa und den USA. Im Nachlass des ADMV befinden sich nicht nur die Werke der Neudeutschen, sondern auch Kompositionen von Saint-Saëns, Verdi, Grieg, Sibelius, Smetana, Dvorák, Tschaikowsky, Balakirew, Borodin, Sgambati, MacDowell, Mackenzie, Strauss, Mahler, Busoni, Bartók, Schönberg, Hindemith, Berg, Toch etc. Der ADMV-Vorstand, vor allem Richard Strauss und Oskar von Hase, planten zum 100. Geburtstag Franz Liszts in der Altenburg, dem Weimarer Domizil des Meisters von 1848-1861, ein Tonkünstlermuseum als Sammlungs- und Forschungsstätte für Musik einzurichten, vergleichbar dem Goethe- und Schiller-Archiv für die Literatur. Zu den Grundbeständen sollten Nachlässe und das Archiv des ADMV gehören. Leider lehnte der Weimarer Großherzog das Vorhaben aus finanziellen Gründen ab. Das Archiv des Musikvereins befand sich in Leipzig, Meiningen, Berlin und wurde 1930 vom Franz-Liszt-Bund nach Weimar überführt, es sollte zusammen mit Franz Liszts Nachlass den Grundstock für ein „Archiv des musikalischen Fortschritts“ (Peter Raabe) bilden. Der Franz-Liszt-Bund und der Allgemeine Deutsche Musikverein mussten sich 1937 zwangsweise selbst auflösen, ihre Archive wurden gesperrt und blieben es bis 1989.

Der Komponist und Direktor der Weimarer Orchesterschule von 1909 – 1916, Waldemar von Baußnern (1866-1931), gründete in Weimar den „Verein für zeitgenössische Musik“. Musikhandschriften Baußnerns befinden sich im HSA/ThLMA ebenso wie Teilnachlässe von Komponisten, die mit der Weimarer Musikhochschule verbunden waren. Das betrifft Carl Müller-Hartung (1834-1908), Richard Wetz (1875-1935), Gustav Lewin (1869-1938), Ottmar Gerster (1897-1969), Kurt Rasch (1902-1986) und andere. Carl Müller-Hartung war Komponist, Dirigent sowie Gründer und langjähriger Direktor der Weimarer Orchesterschule. Richard Wetz erwies sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als der bedeutendste Kompositions- lehrer in Thüringen, zu seinen Schülern gehörten Walter Rein, Alfred Thiele und andere. Die Kompositionen von Gustav Lewin wurden von den renommiertesten Verlagen übernommen, er war Hoch- schullehrer und wurde 1933 entlassen. Ottmar Gerster war neben seiner kompositorischen und Unterrichtstätigkeit von 1948-1951 zugleich Rektor in Weimar. Kurt Rasch, der in Weimar bei Wetz und Bruno Hinze-Reinhold studiert hatte, ernannte man 1945 in Weimar zum Ordentlichen Professor und Leiter der Meisterklasse für Komposition. Hier gründete er die „Arbeitsgemeinschaft für Neue Musik“. Durch eine politische Intrige wurde er bereits 1948 aus seinem Wirkungsfeld vertrieben.

Neu im Bestand ist das Tonarchiv des aus Jena stammenden Komponisten Tilo Medek (1940-2006).


Kontaktadresse

Thüringisches Landesmusikarchiv
Dr. Irina Lucke-Kaminiarz
Carl-Alexander-Platz 1
99425 Weimar
Tel.: 03643 / 55 51 16
Internet: www.hfm-weimar.de
e-mail: archiv@hfm-weimar.de

 

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