Home
Ensembles
Institutionen/Vereine
Festivals/Konzerte
Termine
Ausschreibungen
News
Archiv
Impressum
a_ArrowLine05

Klang Projekte Weimar

a_ArrowLine05

Ehrenpatrone:

Karlheinz Stockhausen (Köln)
Francis Dhomont (Avignon)
Henry Pousseur (Waterloo)
Christian Wolff (USA)
 

Die Klang Projekte Weimar wurden im Dezember 1989 im Zeichen der Friedlichen Revolution gegründet, "um frei von ideologischer Beeinflussung eigenständig für zeitgenössische Musik einzutreten". Vorausgegangen waren bereits zwei "semi-legale" Festivals, die in der Nische der Denstedter Dorfkirche vor den Toren der Klassikerstadt vor zahlreichen Zuhörern veranstaltet wurden. Basis dieser Bemühungen waren die Aktivitäten des seit 1980 bestehenden "Ensembles für Intuitive Musik Weimar" (EFIM), dass sich in Kirchen oder illegalen Galerien um Aufführungen tabuisierter Avantgardemusik vor allem westlicher Provenienz bemühte. Inzwischen gastierte es in 30 Ländern auf vier Kontinenten.

Als Initiator fungierte Michael von Hintzenstern (Kirchenmusiker und Redakteur der Wochenzeitung "Glaube und Heimat"), der als Preisträger des Internationalen Kompositionswettbewerbes 1976 in Boswil (Schweiz) einen Studienaufenthalt nutzte, um ein internationales Kontaktnetz aufzubauen. Dabei ging es zugleich um den Ausbau und die Intensivierung der deutsch-deutschen Beziehungen. Dafür steht an erster Stelle der Name des in der DDR tabuisierten Komponisten Karlheinz Stockhausen.

Bei den 1. Tagen Neuer Musik (30. August bis 1. September 1988) fanden anlässlich des 60. Geburtstages von Karlheinz Stockhausen sechs Konzerte mit 22 Werken des Komponisten (6 DDR-Erstaufführungen) mit dem Solisten Markus Stockhausen (Trompete/Flügelhorn) aus Köln und dem "Ensemble für Intuitive Musik Weimar" (EFIM) statt. Die 2. Tage Neuer Musik (15. bis 17. September 1989) widmeten dem Komponisten und Obertonsänger Michael Vetter (Freiburg im Breisgau) acht Konzerte und ein Interpretationsseminar.

Zeitgleich zur Gründung der Klang Projekte Weimar erfolgte der Beitritt zur "Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik", um sich deutlich aus der ideologisch-provinziellen Enge der "Noch-DDR" zu lösen.

Seit 1990 ist das Festival offizieller Bestandteil des Weimarer Musiklebens. Nachdem es 1990 mit der Durchführung der 3. Tagen Neuer Musik vor allem galt, inmitten gesellschaftlicher Neuorientierungen die Existenz und den Fortbestand des Festivals zu sichern und zu stabilisieren, ist es seit 1991 jeweils einem speziellen Thema gewidmet:

1991: Grenzüberschreitungen
1992: Stockhausen in der Stadt der Klassiker (5 Konzerte
mit 2 Uraufführungen unter Leitung des Komponisten)
1993: Intuitive Musik - mehr als Improvisation?
1994: Klänge - Sprache – Zeichen
1995: Elektronik, Klang und Raum
1996: Unsichtbare Musik: 50 Jahre "musique concrète"
1997: Arcs Acustica
1998: Instrumentales Theater
1999: Klang-Achsen ins 21. Jahrhundert
2000: Klanggestaltung in Echtzeit
2001: Musik und Szene - das Szenische in der Musik
2002: Zeit-Zeichen
2003: Musik über Musik - Über-Musik?
2004: Musik und Maschine
2005: Klang - Raum - Illusion (Konzerte mit 192 Lautsprechern)
2006: Live-Elektronik
2007: Klang-Achsen: Paris - Köln – Weimar
2008: Unbegrenzt: Karlheinz Stockhausen und Paul-Heinz Dittrich
2009: Bauhaus-Impulse – von Lászlo Moholy-Nagy zu John Cage
2010: Reflexion und Inspiration
2011: Spielarten improvisierter und elektroakustischer Musik
2012: Avantgarde und Spiritualität
2013: Amerika - Europa
2014: Frankreich - Deutschland
2015: Schweiz - Deutschland (Ost + West)

Die Tage Neuer Musik in Weimar finden Ende Oktober bzw. Anfang November statt.

Sah es der eingetragene, gemeinnützige Verein im ersten Jahrzehnt seines Bestehens als zentrale Aufgabe an, den zu DDR-Zeiten existierenden Nachholbedarf durch Aufführungen internationaler Avantgardemusik aufzuholen, widmet er sich seit der Jahrtausend- wende hauptsächlich der Präsentation aktuellster Tendenzen sowie neuer technischer und medialer Möglichkeiten im Konzertbetrieb (z. B. Konzerte in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut Ilmenau mit 192 Lautsprechern und Einsatz des Wellenfeldsynthesesystems IOSONO). Dabei kommt es zu einer zunehmenden Vernetzungen mit internationalen Festivals und Institutionen – bis hin zur Harvard University (Boston), an der Vorstandsmitglied Hans Tutschku seit 2004 als Kompositionsprofessor und Direktor des Elektronischen Studios tätig ist. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehört auch die weitere Aufarbeitung von Traditionslinien, die vom Weimarer Bauhaus ausgingen und in die USA führten (Laszlo Moholy-Nagy, Black Mountain College, John Cage etc.).

Seit 1992 veranstalten die Klang Projekte Weimar e. V. außerdem die Konzertreihe "Neue Wege zur Musik - Wege zur Neuen Musik", die das Ziel verfolgt, die Klassikerstadt und weitere Orte in allen Regionen Thüringens für zeitgenössische Musik zu erschließen. Dabei sind sie stets auf der Suche nach "besonderen Orten", wie z. B. dem Steinbruch Ehringsdorf oder den Weimarer Parkhöhlen, und grenzüberschreitenden Projekten. Der Aktionsradius reicht dabei von Altenburg bis Meiningen, von Posterstein bis Sondershausen. Als Partner fungieren Kulturvereine ebenso wie Kirchgemeinden (Menantes-Gedenkstätte Wandersleben, Freundeskreis Thielemann- orgel Gräfenhain, ACC Galerie oder Galerie Markt 21 in Weimar, Forum Konkrete Kunst Erfurt, Kunstform Westthüringen in Mühlhausen, Kunsthaus Apolda Avantgarde etc.), aber auch Theater und staatliche bzw. städtische Kultureinrichtungen (Kulturämter, Museen). Die Musemsnächte in Erfurt, Jena und Weimar dienen dabei z. B. als geeignetes Forum, neue Zuhörer bzw. Interessenten zu erreichen. Dies geschieht auch durch die Präsentation Neuer Musik in den Thüringer Landesvertretungen beim Bund in Berlin oder bei der EU in Brüssel.

Neu gegründet wurde 2009 die Konzertreihe KLANG RAUSCH ORGEL mit zunächst drei Veranstaltungen in Erfurt, Denstedt und Weimar. 2010 waren es bereits sechs Termine! Dies reiht sich in das Gesamtkonzept ein, zum Teil nur noch temporär für Gottesdienste genutzte Kirchen als “Kulturorte” (Ausstellungen, Klanginstalla- tionen, Konzerte) zu nutzen. Das Thema “Kultur-Kirchen” wird in der Zukunft einen Arbeitsschwerpunkt bilden.

Mit der Ausrufung der “Dada-Dekade Weimar 2022” und einer ersten “konzertierten Aktion” am 7. Mai 2012 auf dem Weimarer Marktplatz – der nun alljährlichen DADAMENTA – soll ein Netzwerk Weimarer, Thüringer und internationaler Künstler und Verbände aufgebaut warden, bis sich der Internationale Kongress der Dada- isten und Konstruktivsten in Weimar und Jena (25. bis 27. September 1922) zum 100. Male jährt.

Durch Erweiterung des Satzungszieles widmet sich der Verein in diesem Kontext seit 2009 neben der “Propagierung zeitgenössischer Musik” auch der “Pflege musikalischer Traditionslinien”, so z. B. durch Projekte zum Lisztjahr 2011, war es doch Liszt, der 1861 in Weimar mit dem “Allgemeinen Deutschen Musikverein” die erste Organisation zur Propagierung zeitgenösischer Musik gründete. Mit dem 2012 erfolgten Einbau einer Winddrossel in die 2010/2011 restaurierte Liszt-Orgel in Denstedt konnte die Profilierung des Ortes als Zentrum Experimenteller Orgelmusik in Mitteldeutschland weiter voran getrieben warden.

Seit August 1999 dient die wöchentliche Sendung NEUE TÖNE (jeden Mittwoch, 23.00 bis 0.00 Uhr) auf Radio LOTTE Weimar der Vermittliung zeitgenössischer Musik, der Erpobung neuer radiphoner Formen sowie der Präsentation regionaler, nationaler und internationaler Komponisten, Ensembles und Werke. Hierbei entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Studio für elektroakustische Musik (SeaM) der Hochschule für Musik und zahlreichen Veranstaltern. Der Mitarbeiterstamm konnte ab 2007 kontinierlich erweitert werden.. Die Sendungen können vom Surfer von Radio LOTTE Weimar von weiteren Offenen Kanälen bzw. Nichtkommerziellen Lokalradios heruntergeladen werden. Sie sind per Livestream auch im Internet weltweit zu empfangen!

Die Veranstaltungen der Klang Projekte Weimar e.V. werden durch Fördergelder des Thüringer Kultusministeriums, der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen, der Stadt Weimar und weiterer Kommunen, des Kreises Weimarer Land, des Deutschen Musikrates (Förderprojekt "Konzert des DMR für Ensembles zeitgenössischer Musik"), die Bundeskulturstiftung (Halle), die Kunststiftung NRW (Düsseldorf), die Ernst von Siemens Musikstiftung (Schweiz), Pro Musica Viva – Maria Strecker-Daelen-Stiftung (Mainz), auslän- dische Kulturinstitute (wie z. B. Pro Helvetia), die Sparkasse Mittelthüringen, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Sparkassenstiftung Weimar und Weimarer Land, Thüringer Lottomittel, Sponsoren und Konzerteinnahmen finanziert. 
 

Kontakt

Paul-Schneider-Strasse 26, D - 99423 Weimar,
Telefon/Fax: 03643 / 53420, Mobil: 0162 / 40 780 24
E-Mail: michaelvonhintzenstern@gmail.com
www.neue-musik-thueringen.de
www.dadamenta.eu
www.tutschku.com

 

Klang-Projekte-Weimar+03

“18. Tage Neuer Musik” in Weimar:
Konzert mit 192 Lautsprechern (28.10.2005)
im “mon ami”.