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Proklamation der Dada-Dekade Weimar 2022
Start am 13. Januar in der Galerie Markt 21 - Konzertierte Aktion am 7. Mai auf dem Marktplatz
Vor 90 Jahren fand vom 25. bis 27. September 1922 in Weimar und Jena ein "Internationaler Kongress der Dadaisten und Konstruk- tivisten" statt. Während dieses einzigartige Treffen damals in der Klassikerstadt ignoriert wurde, soll nun auf Initiative von Weimarpreisträger Michael von Hintzenstern mit der Proklamation der "Dada-Dekade 2022" das 100. Jubiläum des Ereignisses gebührend vorbereitet werden.
An dem einzigartigen Treffen nahmen 1922 aus dem Westen der dadaistische Freundeskreis um Hans Arp, Kurt Schwitters und Tristan Tzara und aus dem Osten die Suprematisten und Konstruktivisten um El Lissitzky und Lászlo Moholy-Nagy teil.
Die “Dada-Dekade Weimar 2022” soll Bekenntnis zur Moderne sein und Entwicklungen aufzeigen, die seither - vor allem aus dem Umfeld des Bauhauses - von Weimar ausgingen. Ob Multimedia, DJ-Bewegung oder Happening - stets lassen sich frühe Wurzeln in der Stadt finden. Dabei geht es nicht um kollektive Denkmalpflege, sondern um eine Mobilisierung der schöpferischen Kräfte, die heute in der "freien Szene" existieren.
Die Galerie Markt 21 und die Klang Projekte Weimar laden am Freitag, 13. Januar, um 21 Uhr unter dem Titel "Neujahrsempfang" zum Start der Dada-Dekade 2022 in die Räume der Galerie ein.
Unter Einbeziehung des Publikums musiziert und rezitiert das Duo "Klang-Zeichen": Daniel Hoffmann, Trompete/Flügelhorn/Röhren- radio/ Rezitation, und Michael von Hintzenstern, Harmonium/ Röhrenradio/Kassetten-recorder/Rezitation. Danach bietet sich bei guten Getränken die Chance, im dadaistischen Small Talk die nächsten Aktionen zu diskutieren.
So ist am Abend des 7. Mai eine "Konzertierte Aktion" auf dem Markplatz in Weimar geplant, bei der es zu einem vielstimmigen Bekenntnis zur Avantgarde kommen soll. Das Angebot reicht hier vom Absurden Chor über eine Schrottkapelle bis zum wandelnden Blasorchester. Gesucht wird eine große Schar kreativer Mitwirkender, die hiermit aufgerufen sind, eigene Beiträge beizusteuern!!!
Als Medienpartner wird Radio LOTTE Weimar das Gesamtprojekt begleiten.
Dem folgen weitere Beiträge am 14. Juni zum Sommerfest des Musterhauses Am Horn sowie am 30. Juni ein abendfüllen- des "Sound Art Happening" im Gaswerk!
Kontakt: Klang Projekte Weimar, 99423 Weimar, P.-Schneider-Str. 26, Michael von Hintzenstern, Telefon: 0162 / 40 780 24 E-Mail: hintzenstern@gmx.de
"Musik baut Brücken"
Live-Musik & TanzTheater im "KleineKunst Theater" Erfurt
Der Zyklus "Aktion-Erfurt-Nord" bringt an 12 Veranstaltungs- terminen die Kunstformen Tanz, Theater und Live-Musik zusammen und ermöglicht fließende Übergänge zwischen ihnen. Zur Aufführung gebracht werden junge, moderne, experimentelle, tendenzreiche Produktionen mit Künstlern aus der Erfurter und der überregionalen Tanz-, Theater- und Musikszene. Dabei sind ausgewählte Produktionen zum Thema "Musik baut Brücken" zu erleben.
Künstlerische Leiterin der Veranstaltungsreihe ist die in Erfurt ansässige Choreografin Ester Ambrosino. Als Veranstalter fungiert das Tanztheater Erfurt e.V. Neuer Veranstaltungsort ist das "KleineKunst Theater", Vollbrachtstraße 17, 99086 Erfurt-Nord.
Herzliche Einladung zum Eröffnungsprogramm: 28. Januar 2012 | 20 Uhr
Strange | Improvisationsabend
Ester Ambrosino (Tanz) Michael von Hintzenstern (Harmonium) Daniel Hoffmann (Trompete) Gabriele Stötzer (Texte)
www.tanztheater-erfurt.de
Franz Liszt Stipendium 2011: Auszeichnung für den mexikanischen Komponisten Alejandro Montes de Oca Torres
Das alljährlich im Rahmen der Weimarer Meisterkurse vergebene „Franz Liszt Stipendium“ war erstmals für den Bereich akus- matische Musik (Musik für Lautsprecher) ausgeschrieben worden. Aus dem dreitägigen Kompositionsworkshop gingen zwei Teilnehmer besonders erfolgreich hervor: Der 30-jährige mexikanische Komponist Alejandro Montes de Oca Torres gewann das mit insgesamt 3000 Euro dotierte „Franz Liszt Stipendium“ der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, das ihm 2012 eine dreimonatige, ungestörte schöpferische Arbeit in Weimar ermöglichen wird. Ein Förderpreis in Form einer Auftragskomposition (Uraufführung im Herbst 2012 in Weimar) ging an den 32-jährigen Amerikaner Aaron Einbond.
„Beide junge Komponisten zeigten die Fähigkeit, Technologie mit persönlichem musikalischem Ausdruck zu verknüpfen“, begründete die dreiköpfige Jury ihr Urteil. Jurymitglieder waren Prof. Robin Minard (Vorsitz), Prof. Michael Obst (beide Kompositions- professoren der Weimarer Musikhochschule) sowie Prof. Franz Martin Olbrisch (Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden). Aus insgesamt rund 30 Bewerbungen hatte die Jury sieben Komponisten nach Weimar eingeladen, um bei dem Workshop im Rahmen der 52. Weimarer Meisterkurse ihre Werke vorzustellen. Unter den Teilnehmern befanden sich Amerikaner, Argentinier, Mexikaner, Chinesen und Deutsche. In zwei Konzerten hatten die jungen Komponisten Gelegenheit, ihre Werke zu präsentieren.
Alejandro Montes de Oca Torres, geboren 1980 in Mexiko City, lebt in Kopenhagen. Er studierte zunächst Gitarre an der „ ;Escuela Superior de Música” in México City bei Mario Beltrán del Río, Josefina Robles and Pablo Gómez. Parallel nahm er ein Kompositionsstudium bei Julio Estrada, Humberto Hernández Medrano und Carole Chargueron auf. Ergänzend kamen Workshops mit unter anderem Carlos Sánchez, Mario Lavista, Hebert Vásquez, Ake Parmerud and Françoise Barriere hinzu. Inzwischen hat der Mexikaner auch einen Master-Abschluss in elektroakustischer Komposition am „Royal College of Music“ in Stockholm. Dank eines UNESCO-Aschberg-Stipendium konnte er eine Zeitlang am „Institut International de Musique Electroacoustique“ in Bourges künstlerisch arbeiten. Neben rein akusmatischen Werken komponiert Alejandro Montes de Oca Torres auch Werke für Instrumente und Live-Elektronik.
Aaron Einbond, geboren 1978, New York, arbeitet derzeit als „Mellon Postdoctoral Fellow” für Komposition an der Columbia University. Neben seinem Doktorgrad im Fach Komposition, den er 2009 an der „University of California“ in Berkeley erlangte, blickt der Amerikaner auf eine Fülle von Studienerfahrungen zurück. So nahm er unter anderem Kompositionsunterricht bei Mario Davidovsky an der „Harvard University”, bei Robin Holloway an der „University of Cambridge“, bei Julian Anderson am „Royal College of Music“ in London und arbeitete zwei Jahre lang mit Yan Maresz am berühmten IRCAM in Paris. Kompositionsaufträge und Aufführungsmöglichkeiten boten ihm Neue-Musik-Ensembles wie "L'Instant Donné“, „Mosaik“ und „SurPlus“ sowie auch Klangkörpe r wie die „New York Chamber Symphony“ oder das „Cincinnati Symphony Orchestra“. Darüber hinaus erhielt Aaron Einbond eine Vielzahl an Preisen und Stipendien unter anderem vom „Aspen Music Festival“ und vom „Atlantic Center for the Arts“.

Alejandro Montes de Oca Torres (links) und Aaron Einbond
Ruth Seehaber: Die »polnische Schule« in der Neuen Musik: Befragung eines musikhistorischen Topos.
Unter diesem Titel wurde jetzt die Dissertation von Dr. Ruth Seehaber, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena arbeitet, veröffentlicht. Ausge- hend von dem Begriff der »polnischen Schule«, der Ende der 1950er Jahre für die Komponistengeneration um Krzysztof Penderecki geprägt wurde, bietet diese Untersuchung nicht nur den ersten umfassenden Überblick über die polnische Neue Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit den deutsch-polnischen Musikbeziehungen in der Zeit des Kalten Krieges. Ihre Basis bilden dabei einerseits Analysen des polnischen und deutschen Musikschrifttums und andererseits Werkanalysen, deren Befunde in den jeweiligen politischen und historischen Kontext eingeordnet werden.
Das Buch ist im Böhlau-Verlag erschienen.
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