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Kompositionspreis für den Weimarer Komponisten Peter Helmut Lang
Peter Helmut Lang erhält den 3. Preis des Kompositions- wettbewerbs der Stiftung Wissenschaft, Kunst und Kultur in Nürnberg. Ein erster Preis wurde nicht vergeben, der zweite Preis ging an Norbert Laufer.
Der Titel des ausgezeichneten Liederzyklus "Wirklichkeit - unser unverlässliches Märchen" bezieht sich auf eine Textstelle Rose Ausländers. Lang vertonte eine Zusammenstellung aus 5 Gedichten der jüdischen Dichterin, die sich im Spannungsfeld zwischen Scheinwelten, religiösen Utopien und Realität bewegen. Der Wettbewerb war für bereits bestehende Kompositionen ausgeschrieben, und verbindet mit der Preisverleihung einen Kompositionsauftrag für ein Neues Werk für Gesang, Flöte und Gitarre.
Der in Weimar lebende Peter Helmut Lang macht zur Zeit Station auf Schloss Hundisburg, wo ihn ein Aufenthaltsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt hinführte. Noch bis November residiert er zwischen Barockgarten und Akademiegebäude in inspirierender Umgebung.
KUNSTFEST WEIMAR: artists in residence
Carolin und Jörg Widmann präsentieren wegweisende Werke Neuer Musik
Jörg Widmann zählt zu den meistgespielten Komponisten und zu den besten Klarinettisten unserer Zeit. Seine jüngere Schwester Carolin Widmann wurde als „eigensinnigste Geigerin ihrer Generation“ bezeichnet (DIE ZEIT); beide sind mit Auszeichnungen und Preisen überhäuft. Schon als Kinder haben Jörg und Carolin miteinander musiziert. Ihr gemeinsames Repertoire umfaßt Werke von der Klassik bis zur Gegenwart.
Das Orchesterkonzert des SWR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Sylvain Cambreling am 12. September ist Abschluß des Kunstfestes 2010 und Ausklang des Widmann-Programms.
Donnerstag, 2. September 20 Uhr Jakobskirche Späte Werke... artists in residence Kammerkonzert II Carolin Widmann, Frank Reinecke, Violine Hariolf Schlichtig, Viola | Nicolas Altstaedt, Cello Wolfgang Güttler, Kontrabaß | Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier | Christiane Oelze, Sopran Felix Mendelssohn Streichquintett op. 89 Aribert Reimann »...oder soll es Tod bedeuten...« für Sopran und Streichquartett Alban Berg Vier Stücke op. 5 für Klarinette und Klavier Arnold Schönberg Fantasie für Violine und Klavier op. 47 Johannes Brahms Klarinettenquintett h-moll op. 115
19,-/29,- €
Samstag, 4. September 20 Uhr, Musikgymnasium Schloß Belvedere Kontraste artists in residence Kammerkonzert III Carolin Widmann, Violine Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier Igor Strawinsky Histoire du Soldat (Trio-Fassung) Robert Schumann Fantasiestücke op. 73 für Klarinette und Klavier Jörg Widmann etudes I-III für Violine solo Robert Schumann Violinsonate Nr. 3 a-moll Bela Bartók Contrasts für Violine, Klarinette und Klavier
19,-/29,- €
Mittwoch, 8. September 20 Uhr, Festsaal im Schloß Zeitenwende – Hommage à Pierre Boulez artists in residence Kammerkonzert IV Carolin Widmann, Violine Nicolas Altstaedt, Cello Jörg Widmann, Klarinette Dénes Várjon, Klavier EXPERIMENTALSTUDIO des SWR, Live-Elektronische Realisation Pierre Boulez Anthèmes 2, für Violine und Live-Elekronik Pierre Boulez Dialogue de l’ombre double, für Klarinette und Live-Elekronik Olivier Messiaen Quatuor pour la fin du temps
29,- €
Sonntag, 12. September 11 Uhr, Weimarhalle Geschwister-Harmonica SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Sylvain Cambreling, Leitung Carolin Widmann, Violine Jörg Widmann, Klarinette Carl Maria von Weber Klarinettenkonzert Nr. 1, op. 73, f-moll Jörg Widmann Armonica Robert Schumann Violinkonzert d-moll
14,-/23,-/31,-/38,-/43,- €
sounding D - Neue Musik in Deutschland erfahren!
Ab 25. August geht der sounding D-Zug auf seine zweieinhalbwöchige Tour durch Deutschland. Vom 25. August bis zum 12. September 2010 fährt er spiralförmig durch die Republik und löst in 16 Städten Wandelkonzerte, Klangspaziergänge, klingende Räume, Musikfeste und Konzerte aus, die Einblicke in eine weltweit einmalige Musiklandschaft bieten. Mit über 150 Konzerten und musikalischen Aktionen, bei denen rund 1.200 Musiker mitwirken, sorgen die 255 Projektpartner vor Ort für ein einzigartiges Musikerlebnis.
Darüber hinaus sammelt der sounding D-Zug unterwegs die Sounds der Städte, bündelt und verarbeitet sie, und projiziert sie neu-komponiert in die Klanginstallation Outside In (Blue) von Robin Minard im Wagoninneren und ins Internet:
sounding D » SoundMap
Bisher gab es auf der SoundMap im Internet für jede Stadt kleine Zugkompositionen von Robin Minard – nun ist sie umfassend erweitert worden und macht das Projekt als Ganzes sicht- und hörbar: Die SoundMap zeichnet einerseits den spiralförmigen Weg des Zuges von Ort zu Ort nach. Andererseits entfalten sich durch Zoom in die Städte die 15 Soundwalks: Sie werden mit ihren insgesamt 225 Hörpunkten für den User erlebbar und lassen eine einzigartige Klangskulptur entstehen. In der Ästhetik von Google Maps lädt die SoundMap ein zu einer virtuellen Tour durch die Städte, zum Ausprobieren der klingenden Hörpunkte und zum spielerischen Kombinieren. In „real life“ können die Soundwalks jederzeit begangen und nachgehört werden. Karten mit den Soundwalks stehen zum Download auf den Städteseiten unter
Tagsüber lädt der sounding D-Zug in den Bahnhöfen Interessierte und Reisende zum Besuch ein: Sie können die Klanginstallation erleben, in den Hörabteilen ihren Körper als Resonanzraum ausprobieren oder auf akustische Entdeckungstour mit dem Zugteam gehen:
sounding D » Hörführungen
Heute schon gehört? Die kostenfreien Hörführungen im sounding D-Zug und im Bahnhofsareal sensibilisieren die Ohren und ermöglichen ein außeralltägliches Erleben der Klangwelt, die uns umgibt. In ca. einer Stunde kann man auf Klangsuche gehen — hier wird im Bahnhofsumfeld ungewöhnlichen Klängen nachgespürt und nachgehört. Über einen Kopfhörer mit dem Mikrofon verbunden, erlebt jeder der Teilnehmer die selben Klänge, aber mit anderen Ohren. Oder Sie lernen mehr über Aufnahmetechnik mit Achtung: Aufnahme! — hier wird gezeigt, wie Klänge aufgenommen werden, was beim Auspegeln zu beachten ist, wie das Mikrofon ausgerichtet sein muss und schließlich, was man mit einer Aufnahme alles anstellen kann.
Anmeldungen sind direkt am Zug möglich, wir empfehlen aber eine Reservierung unter Fon 0800 / 80 90 804
Am Ende der großen Tour ist sounding D in konzentrierter Form in der Bachstadt Eisenach zu erleben. Beim Abschlussfestival mit- tenDrin laden vom 10. bis 12. September 2010 Klang- expeditionen, klingende Berge und Konzerte renommierter Ensembles dazu ein, Eisenach musikalisch neu zu entdecken. Eine Vorschau dazu ist bereits jetzt zu sehen:
sounding D » Ausstellung in Kooperation mit dem Bachhaus Eisenach: Klangkunst. A German sound
Die mobile Ausstellung im Foyer des Bachhaus zeigt mit Arbeiten von Rolf Julius, Franz Martin Olbrisch, Christina Kubisch, Ulrich Eller, Tilman Küntzel, Frauke Eckhardt, Hans W Koch, Jens Brand, Jens-Uwe Dyffort, Roswitha von den Driesch und Erwin Stache repräsentative Beispiele aktueller Klangkunst in Deutschland. Kuratiert von Stefan Fricke und Johannes S. Sistermanns wurde die Ausstellung im Rahmen der Förderprojekte Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats produziert.
Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach Täglich 10-18 Uhr, Eintritt frei!
Kommunikation
Netzwerk Neue Musik e.V. Leibnizstr. 80 10625 Berlin Fon +49 (0)30 310 18 08-20 Fax +49 (0)30 310 18 08-18 www.netzwerkneuemusik.de
Traumwelten hinter Wolken: Uraufführung der Oper „Die andere Seite“ von Michael Obst in Würzburg
„Das Leben ist ein Traum! Nichts scheint mir zutreffender als dieses altbekannte Gleichnis“, schrieb der Künstler Alfred Kubin 1922. Dessen fantastischen Roman „Die andere Seite“ von 1909 hat nun Michael Obst, Komponist und Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, vertont: Seine gleichnamige Oper wird am Samstag, 25. September um 19:30 Uhr am Mainfranken Theater in Würzburg uraufgeführt. Bereits am 19. September lädt das Theater zu einer Einführungsmatinee, am 25. September im Vorfeld der Premiere außerdem zu einer Tagung über die Oper, die nach der Premiere bis Dezember 2010 noch siebenmal gezeigt wird.
Regie führt in Würzburg Stephan Suschke, die Bühne ent- wirft Momme Röhrbein, die Kostüme stammen von Hella Bünte. Für Videoinstallationen zeichnet Christian Bohnawitz verant- wortlich. Am Pult des Philharmonischen Orchesters Würzburg steht GMD Jonathan Seers. Im Libretto von Hermann Schneider handelt „Die andere Seite“ von der ewig im Dämmerlicht liegenden Kleinstadt „Perle“, die durch einen Wolkenvorhang von der Außenwelt isoliert ist und in einem kafkaesken Szenario auf ihren eigenen Untergang zusteuert.
Die phantastisch-entrückte Atmosphäre zwischen Traum und Realität setzt Michael Obst musikalisch ausdrucksstark um: „Im weitesten Sinne handelt es sich um eine expressionistische Musik, deren Strukturen auf Analysen der menschlichen Sprache basieren und damit direkt auf herausragende Textpassagen des Romans verweisen. Die Einbeziehung elektroakustischer Musik unter- stützt und erweitert das klangliche Material“, so der Komponist. „Die Sänger werden weitgehend im traditionellen Gesangstil eingesetzt, wobei die melodischen Grundstrukturen sich auf Musik aus Armenien stützen.“ Zufrieden zeigt sich Michael Obst mit dem Uraufführungsort: „Würzburg hat ein schönes Theater und ein sehr engagiertes Team. Ich habe den Eindruck, dass die besonderen Anforderungen einer Uraufführung alle Aktivitäten dort besonders bündeln. Der Generalmusikdirektor Jonathan Seers ist außerdem erfahren in Neuer Musik.“
Michael Obst studierte Schulmusik und Klavier, außerdem Komposition im Studio für elektronische Musik der Hochschule für Musik Köln. Obst war Pianist des Ensemble Modern und arbeitete als Interpret mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen. Er komponierte elektronische Musik, vokal- und kammermusikalische Werke sowie Bühnen- und Filmmusik. Seine Science-Fiction-Oper „Solaris“ wurde 1996 in München uraufgeführt, 1999 folgte die Premiere seiner Oper „Caroline“ in Weimar. Seit 1997 ist Michael Obst Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.
Franz Liszt-Stipendium 2010 erhält der spanische Komponist Oliver Rappoport
Sieben Komponisten aus Italien, Spanien, Österreich, Deutschland und Mexiko hatten sich für die Teilnahme am Auswahl-Workshop in Weimar qualifiziert, die Jury überzeugen konnte ein Spanier: Der 29-jährige Oliver Rappoport wurde zum Franz Liszt-Stipendiaten 2010 der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar auserkoren. Ein dreimonatiges, mit insgesamt 3000 Euro dotiertes Aufenthalts- stipendium wird ihm somit im Jahr 2011 eine ungestörte schöpferische Arbeit in Weimar ermöglichen.
Parallel zum Franz Liszt-Stipendium wurden zwei Förderpreise vergeben: Die österreichische Komponistin Manuela Meier sowie der Deutsche Stefan Beyer erhielten jeweils einen mit 750 Euro dotierten Kompositionsauftrag. Die Werke für Oboe solo oder für Oboe und Klavier werden mit Solisten des Ensemble Modern im Herbst 2011 in Weimar uraufgeführt. Aus insgesamt rund 35 Bewerbern hatte die Jury unter Vorsitz von Prof. Michael Obst eine Auswahl zum Kompositions-Workshop im Vorfeld der 51. Weimarer Meisterkurse an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar eingeladen. Jurymitglieder waren neben Prof. Obst die Weimarer Professoren Robin Minard, Reinhard Wolschina und Prof. Albrecht von Massow sowie der Bremer Professor Christian Hommel.
Der gebürtige Spanier Oliver Rappoport studierte zunächst Komposition an der Universität von Chile und setzte seine Ausbildung an der Musikhochschule in Barcelona unter anderem bei Prof. Helmut Lachenmann fort. Meisterkurse und Auslandsstipendien führten ihn an das „Conservatoire Supérieur National de Musique“ und das IRCAM in Paris sowie an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Oliver Rappoport erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. 2006 den spanischen „First International Prize for Young Composers“ sowie 2007 den „First Prize for Composers“, ausgelobt vom „College of Spain“ in Paris. Kompositionsaufträge erteilten ihm unter anderem die PHONOS Stiftung, das „Sonor Ensemble“ sowie das Festival für zeitgenössische Musik „Festival Nous Sons“. Zu seinen Kompositionen zählen neben elektroakustischen Werken auch „Instrospección“ für Chor (2007), „Senderos“ für Ensemble (2008) sowie „Metanoia“ für Orchester (2009).
Neue Vorhaben des „Absurden Chors“ in Weimar
Der 2009 gegründete „Absurde Chor“ macht weiter. Nach erfolgreichen Auftritten beim „42. Kongress: Absinth – Die Gurken – Der Putsch“ am 2. Februar in der Bauhaus-Universität und auf einer Vernissage der „Galerie Eigenheim“ am 16. April im Deutschen Nationaltheater Weimar hat ein Großteil der bisherigen Akteure sein Interesse an einer Weiterarbeit bekundet. Initiator Michael von Hintzenstern (Klang Projekte Weimar e.V.) sieht darin eine Chance, das Repertoire auszubauen und die gestalterischen Möglichkeiten weiter zu entwickeln. Dabei möchte er sich zunächst auf dadaistische Texte konzentrieren. Die Proben sollen jeweils der Vorbereitung konkreter Auftritte dienen, für die bereits Anfragen vorliegen.
Die anläßlich seiner Gründung ausgerufenen Maximen behalten weiterhin Gültigkeit:
Ein Chor, der nicht singt, sondern Geräusche erzeugt. Ein Chor, der die Sprache von ihrem konventionellen Inhalt befreit. Ein Chor, der durch gestische Aktion verzaubert. Ein Chor, der (sich) bewegt und (andere) mitzieht.
Wer dabei mitwirken möchte, sollte sich baldigst melden! Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Kontakt: Klang Projekte Weimar e.V., Telefon (AB): 03643 / 5 34 20, E-Mail: hintzenstern@gmx.de
Impro-Session in Weimar an jedem 3. Montag im Monat
Unter dem Motto “SoundMontage” wird an jedem 3. Montag des Monats in die Weimarer Galerie Eigenheim (Karl-Liebknecht-Straße 10) eingeladen. Herzlich willkommen sind Klangliebende und Soundsuchende aller Himmelsrichtungen und jedweder Couleur. Die Galerie fungiert dabei als Plattform improvisierender Musiker und als offene Bühne für die Besucher. Beginn ist jeweils 21.30 Uhr.
www.galerie-eigenheim.de
Kompositionsstipendium für den Thüringer Komponisten Peter Helmut Lang
Der in Weimar lebende Komponist Peter Helmut Lang erhält für die Monate August bis November ein Künstler-Stipendium des Landes Sachsen-Anhalt. Das Stipendium beinhaltet einen Arbeitsaufenthalt auf Schloss Hundisburg bei Magdeburg und wird in Höhe von 1.000 Euro pro Monat durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Lang gewann die bundesweite Ausschreibung des Kultusministeriums, die sich vorrangig an junge Künstlerinnen und Künstler richtet, die mit ihrer Arbeit bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben. Im letzten Jahr war das Stipendium für den Bereich Literatur ausgeschrieben und fand ein großes Echo, dieses Jahr waren Künstler der Sparte Musik/Komposition aufgerufen, sich zu bewerben.
Ermöglicht wird der Aufenthalt in Hundisburg im Zusammenwirken des Kultusministeriums in Magdeburg mit der Stadt Haldensleben. Lang freut sich, die Herbstmonate im “Land der Frühaufsteher” zu verbringen. Besonders, da im Weinberghaus des Schlosses Hundisburg gute Arbeitsbedingungen für einen Künstlerstipendiaten geschaffen wurden. Schloss Hundisburg liegt mitten in einer Kulturlandschaft und wartet mit einem reichen Angebot auf. Unter anderem findet dort auch eine Sommermusikakademie mit Prof. Rolf-Dieter Arens, dem Rektor der Weimarer Musikhochschule, statt. Peter Helmut Lang erhielt bereits mehrfach Stipendien, unter anderem der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen. Sein Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, zuletzt war er nominiert als Finalist für den British Composer Award 2009.
The Merce Cunningham Dance Company The Legacy Tour macht Station beim Kunstfest Weimar 2010
Der 1919 im US-Bundesstaat Washington geborene Merce Cunningham gilt als bedeutendster Choreograph seiner Zeit. Im Juli 2009 starb er kurz nach der Premiere seines neuesten Stückes „Nearly Ninety“ in New York.
Merce Cunningham überließ nichts dem Zufall. Die Zukunft seiner Dance Company hat er genau geplant. Zwei Jahre noch, so verfügt er in seinem Testament, dürften seine Stücke gezeigt werden – dann müsse sich die Merce Cunningham Dance Compagnie endgültig auflösen. Einzig die vorhandenen Mitschnitte würden dann noch Zeugnis von der Kreativität und Schaffenskraft des amerikanischen Meisters ablegen können.
Das Kunstfest Weimar nutzt diese Chance, um dem deutschen Publikum Cunninghams Vermächtnis live zu präsentieren. Am 28. und 29. August 2010 zeigen wir als Deutschland-Premiere sein letztes Stück „Nearly 90²".
Die revolutionäre Arbeitsweise Cunninghams, die allen Komponenten seiner Arbeit – Musik, Tanz, Bühne – Gleichberechtigung und Unabhängigkeit einräumte, wird bei einem zweiten Cunningham-Abend am 30. August 2010 sichtbar: „Event“ im Bild Immerse von Robert Rauschenberg.
Mit diesen drei Vorstellungen gastiert das Kunstfest Weimar zum ersten Mal im Theater Erfurt.
Nearly 90² Samstag, 28. August, 20 Uhr Sonntag, 29. August, 18 Uhr
Event Bild: Immerse, Robert Rauschenberg 30. August, 20 Uhr
Preise 22,-/26,-/35,-/44,- €
In Kooperation mit dem Theater Erfurt Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin
Karten hierfür gibt es ab 1. April 2010 unter Tickethotline 03643 – 745 745 oder 0361-2233155 Onlinebuchung: www.kunstfest-weimar.de
Klanginstallation in der Kulturkirche Isseroda
In der Kirche von Isseroda, zwischen Erfurt und Weimar gelegen, ist seit Ostern wieder die Klanginstallation „alltäglich“ zu erleben. Falk Zenker (Kapellendorf) hat aus Tönen, die Konfirmanden im Dorf gesammelt haben, Klänge moduliert, die über sechs Lautsprechern aus luftiger Höhe das offene Kirchenschiff füllen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wo Spiritualität heute ihren Ort im Leben hat? Um dem auf die Spur zu kommen, haben Konfirmanden mit einem Mikrofon über ein Jahr „alltägliches“ in Isseroda aufgenommen: Stimmen der Menschen in unterschiedlichsten Situationen, Geräusche der Natur und der Arbeit.
Falk Zenker hat dies weiter bearbeitet und daraus eine Klanginstallation geschaffen, die dem Kirchenraum gerecht zu werden versucht, einen Ort des Hörens schafft und gleichzeitig die Frage nach seinem Sinn stellt.
Öffnungszeiten der Kirche: Mi/Sa/So 10:00-18:00.
Uraufführung in Saalfeld
Am 5. September 2010 um 18 Uhr wird in der Saalfelder Johanneskirche das "Himmelfahrt-Oratorium" von Oskar Gottlieb Blarr uraufgeführt. Mitwirken werden dabei neben 4 Solisten die Thüringer Sängerknaben, der Oratorienchor Saalfeld und die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt. Vertont wurden in diesem Werk die Geschichten der Himmelfahrt des Propheten Elias aus dem Alten Testament sowie die Auffahrt Jesu, wie sie im Neuen Testament überliefert ist.
Der Komponist wird in Saalfeld dazu eine Einführung geben und für Fragen zur Verfügung stehen. Diese Veranstaltung findet nicht, wie ursprünglich geplant, am 11. Mai, sondern am Dienstag, 15. Juni, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Am Hohen Ufer 8, statt.
Eine weitere Aufführung des Werkes erfolgt im Rahmen der Landeskirchenmusiktage der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am Sonntag, 26. September, um 20 Uhr in der Erfurter Thomaskirche. Blarr studierte Komposition bei Bernd Alois Zimmermann. Von 1961 bis 1999 war er Kirchenmusiker der Neanderkirche in Düsseldorf und wirkte ferner als Honorarprofessor für Instrumentation an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als Komponist schuf Oskar Gottlieb Blarr Oratorien, Orchesterwerke, Kammer- und Orgelmusik sowie Neue Geistliche Lieder.
23. Tage Neuer Musik in Weimar (28.10.-31.10.2010) Thema: „Reflexion & Inspiration“
Donnerstag, 28. Oktober, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, 20:00 Uhr:
„Universum Neuer Klaviermusik“
Frank Gutschmidt (Berlin), Klavier Hans Tutschku (Boston), Live-Elektronik/Klangregie Paul-Heinz Dittrich: Klaviermusik V (1995/96) “Hommage à Heiner Müller” sowie Kompositionen von Allain Gaussin, Luigi Nono und Hans Tutschku
Freitag, 29. Oktober, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, 20:00 Uhr:
„Theatralische Aktionen“
Sarah Sun (Stuttgart), Sopran Volker Hemken (Leipzig), Klarinette Olaf Tzschoppe (Freiburg), Schlagzeug Kompositionen von Georges Aphergis, Denis Cohen, Franco Donatoni, Martha Gentilucci, Gerards Pesson und Claude Lenners
Samstag, 30. Oktober, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, 20:00 Uhr:
Neue Spielarten improvisierter Musik
Sarah Sun (Stuttgart), Sopran Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM
Samstag, 30. Oktober, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, 21:30 Uhr:
Internationale Tendenzen elektroakustischer Musik
Hans Tutschku (Boston), Klangregie
Sonntag, 31. Oktober, Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“, 17:00 Uhr:
Neue Ansätze bei der Komposition für ein altes Medium
Sonar Quartett (Berlin): Paul-Heinz Dittrich: Streichquartett III „Nachmusik nach Novalis“ (1987) Walter Zimmermann: „Songs of Innocence & Experience“ (1996) für Streichquartett und Tonband
Veranstalter: Klang Projekte Weimar e.V., 99423 Weimar, P.-Schneider-Str. 26 Telefon: 03643 / 5 34 20, E-Mail: hintzenstern@gmx.de
Ruth Seehaber: Die »polnische Schule« in der Neuen Musik: Befragung eines musikhistorischen Topos.
Unter diesem Titel wurde jetzt die Dissertation von Dr. Ruth Seehaber, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena arbeitet, veröffentlicht. Ausge- hend von dem Begriff der »polnischen Schule«, der Ende der 1950er Jahre für die Komponistengeneration um Krzysztof Penderecki geprägt wurde, bietet diese Untersuchung nicht nur den ersten umfassenden Überblick über die polnische Neue Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit den deutsch-polnischen Musikbeziehungen in der Zeit des Kalten Krieges. Ihre Basis bilden dabei einerseits Analysen des polnischen und deutschen Musikschrifttums und andererseits Werkanalysen, deren Befunde in den jeweiligen politischen und historischen Kontext eingeordnet werden.
Das Buch ist im Böhlau-Verlag erschienen.
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